ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

Posts Tagged ‘Web Literacy Lab

In der LV Webkompetenz für Medienberufe – 1. Sem. im Studium Journalismus und PR, FH JOANNEUM – steht der Erwerb von Web Literacies im Zentrum. Anhand des Mikrobloggingdienstes Twitter setzen sich über 40 Studierenden mit Competencies needed for reading, writing, and participating on the Web (siehe auch Mozillas Web Literacy Map) auseinander.

Auftrag der Phase 1 war Schreiben, Schreiben, Schreiben. In den letzten drei Tagen unterzog ich die Twitter-Aktivitäten „meiner“ #jpr16 Studierende einem ersten Monitoring und bin sehr zufrieden. 

Statistik

Zwischen 2 und über 200 Tweets verfassten die Studierenden in den ersten eineinhalb Monaten. Da meiner Meinung nach die kontinuierliche Arbeit mit einem Social Media Werkzeug für eine tiefe Auseinandersetzung nötig ist, gibt es den Zwang der 10 Tweets pro Woche. Da beeindruckt mich das Engagement der Studierenden sehr, 50% haben mehr als das Doppelte gepostet!

Durch kleines Anstupsen sind nun auch die beiden Wenigschreiberinnen gestern und vorgestern in die Gänge gekommen  🙂

Challenge

So viele Tweets zu lesen ist natürlich eine Herausforderung. Ich führe diese Aufgabe in vier Teilen durch, zehn Personen hintereinander kann ich noch irgendwie wahrnehmen. Zuerst scrolle ich den öffentlicheren Teil unter „tweets“, schaue, wo ich hängen bleibe, was in mir auf Resonanz stößt. Mein Anspruch ist bei jeder Person etwas zu entdecken, bei dem ich andocken kann und wo ich dann auch reagiere. Das ist meistens leicht, manchmal schwieriger – und gegen Ende bin ich auch nicht mehr so neugierig wie zu Beginn. Das tut mir leid! Es kann auch sein, dass ich dann vergesse, einem Studenten oder einer Studentin gegenüber zu reagieren. Das finde ich nicht ok, doch es passiert, auch hier sorry, falls es diesmal so war.

Unter tweets&replies sehe ich dann ein vollständigeres Bild.

Das schaue ich mir an

  • Welche Inhalte kommen vor? READ / WRITE
  • Wie viele retweets, wie viele Verlinkungen? READ
  • Werden Media eingebunden? WRITE
  • Wird die Person für mich sichtbar? (etwa persönliche Kommentare zu Links, Auswahl der Medien, Profilbild) WRITE
  • Wie (sehr) ist die Person in Kontakt mit anderen? PARTICIPATE

Die follower / following Infos checke ich Ende Dezember.

Gruppenfeedback

Mein Besuch der studentischen Twitter-Räume war spannend und unterhaltsam. Ich wurde zum Lesen unterschiedlichster Artikeln angeregt und zum Musik Hören. Ich sah tolle Medieneinbindung. Die bewegten Gifs bin ich rasch übersprungen.

Manchmal erschien mir die Person noch ein bisschen in ihrer eigenen Echokammer mit vielen retweets und wenig persönlichen Bezügen. Ich bin über Dialekt-Tweets gestolpert, das ist nicht mein Stil, doch ich habe es dann gleich ausprobiert. Tweeten in unterschiedlichen Sprachen finde ich nett. Offen ist für mich das Thema der gepinnten Beiträge. Ich würde einen Beitrag nie pinnen. Das mache ich in facebook mit Studierendengruppen, damit die Aufgabenstellung sichtbar bleibt – doch Twitter hat einen anderen Drive für mich.

post-dez

Phase 2

In der zweiten Phase bis Weihnachten geht es nun darum die Qualität der Tweets und des Austauschs zu steigern, anhand einer Reflexion der eigenen Aktivitäten und eines Vorbilds (es kann ein gutes oder schlechtes Vorbild sein).

Reflexionsfragen

  • Mein Twitter Profil: welchen Namen verwende ich, welches Bild, warum habe ich den Namen ev. auch gewechselt?
  • Mein Twitter Stil: Wie viel an eigenem Text schreibe ich? Wie viele Retweets? 
  • Wie viele Links zu anderen Inhalten? Glaube ich, dass ich meine LeserInnen zum Besuch der Links motiviere? Und wie mache ich das?
  • Verwende ich Multimedia in meinen Tweets? Warum mache ich das und was ist der Erfolg?
  • Wie gut bin ich mit anderen vernetzt? Gibt’s auch Gespräche in einer kleinen Gruppe? Wie profitieren wir da?
  • Welchen Leuten folge ich? Und was habe ich davon?

Cool wäre es diese Reflexion in Twitter sichtbar zu machen!

Vorbild: Vielschreiber*in

Aufgabenstellung: Sucht euch eine Vielschreiberin auf Twitter (jede Person jemanden anderen) und verfolgt ihre oder seine Aktivitäten für eine Woche. Postet die ausgewählte Person in einem Tweet. Überlegt dann, was diese Person schreibt, warum sie so viel schreibt, und was ihr von ihr lernen können. Ev. startet Ihr diese Beobachtung auch mit Eurer persönlichen Fragestellung. Teilt ein paar Einblicke auf Twitter mit anderen.

Studierendenfeedback

Gleich nach meinem Posting gab es die Reaktion eines/r Studierenden. So ein rasches Feedback finde ich total fein, da es mir dabei hilft, die Auswirkungen meines Feedbacks klarer zu verstehen. Ich möchte gleich betonen, dass auch Personen, die sich seit ewiger Zeit mit Webkompetenzen auseinandersetzen, nur eine Sicht haben (nicht die Sicht). Ich lerne gerne selbst dazu und überprüfe meine Annahmen.

„Sie schreiben immer wieder, dass bei manchen Studierenden die Person dahinter nicht sichtbar wird“

Mit Person dahinter meine ich, ob Tweets auf mich authentisch oder aufgesetzt wirken. Immer nehme ich ja – auch online! – zu einem gewissen Maß auch die Person dahinter war.

„Ich möchte nichts Privates posten … hat ein Posting über mein Essen oder darüber was ich grad daheim tue nichts in meinem Twitter Feed verloren“

In Bezug auf private Inhalte ist umstritten und unklar, wie viel an Privatheit „gut“ ist. Zu viel an Privatem gefällt mir auch nicht. Andererseits werden private Seite beim Posten sichtbar, etwa Radfahren, was einem gefällt, politische Einstellungen beim Posten zum Tagesgeschehen. Für mich kommt hier der Aspekt der Authentizität zum Tragen. Was ich schreibe, soll zu mir passen, soll ich gut vertreten können.

Darstellung „meiner Person …. sollte … nicht Pflicht sein um als „gute“ Twitterin zu gelten.

Ich möchte unterstützen, dass jede Person ihren oder seinen eigenen Stil sucht. Ich kann und möchte Euch nicht zu einem Stil zwingen – doch ich erwarte, dass Ihr Euren Stil reflektiert und in dem Rahmen, der Euch passt, auch was ausprobiert.

„es macht mehr Spaß als ich anfangs gedacht habe „

Das freut mich und ich möchte Euch auf gar keinen Fall den Spaß nehmen!

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Jetzt ist es vorbei – das offene Training im Web Literacy Lab.

Wir haben in unserem Konzept versucht Gilly Salmon mit George Siemens zu kombinieren – und das klappte … naja.

Wie auf der Trainingsseite des Web Literacy Lab genau dargestellt,  begannen wir mit einer geschlossenen, sogar geheimen Facebook-Gruppe, um dann ein offenes Online-Training anzuschließen.

Phase 1 – 10-tägige Phase der Online-Sozialisierung in Facebook

In der Facebook-Gruppe vernetzten sich 35 Personen sehr rasch und phasenweise recht intensiv. Da meine Kollegin Erika Pernold die eigentliche Moderatorin der Gruppe war, konnte ich frei als Co-Moderatorin „herum lesen“, Links verfolgen, die TeilnehmerInnen kennenlernen, die Kommunikation analysieren, Lernprozesse entdecken, und erfahren, dass Facebook eigentlich ein mächtiges Tool für Gruppenlernen ist – und auch um einiges ansprechender als so manche Lernplattform ….

Phase 2 – 3-wöchige Online-Phase rund um die Content Strategy

Das offene Training bot Content auf der Seite des Web Literacy Lab an (Links, das E-Book von Brigitte Alice Radl, Karin Raffer, Heinz Wittenbrink: Content Strategy–Texte zur Einführung, …) inklusive Aufgabenstellungen für die einzelnen Wochen. Fokussierungspunkte des Online-Trainings waren die fünf Hangouts on Air, die von den TeilnehmerInnen jedes Mal sehr geschätzt wurden.

D.h. Gilly Salmon kam zu Beginn zum Einsatz inklusive formulierter Online-Aufgaben (sogenannte E-tivities) für Woche 1, Woche 2 und Woche 3 des offenen Trainings. Die Startphase der Online-Sozialisierung in Facebook klappte super, es verstand rasch Vertrauen, und auch die weiteren Phasen nach Gilly Salmon – Informationsaustausch und Gemeinsame Wissensproduktion – waren für mich sichtbar.

Im offenen Teil gemäß George Siemens und Stephen Downes stand Google+ den TeilnehmerInnen zum Austausch zur Verfügung bzw. zum Verlinken der eigenen Aktivitäten woanders. Die Infozentrale war mein Google+ Account und ich versuchte auch, die TeilnehmerInnen in meinem Kreis zu sammeln. Richtig sichtbar wurde die Auseinandersetzung der TeilnehmerInnen mit dem Thema allerdings nicht. Aus Feedback-Meldungen der TeilnehmerInnen (auch in der offenen Trainingsphase meist in Facebook) weiß ich, dass die Videos gerne gesehen wurden (entweder live oder danach als Konserve), dass einige den Vorsatz hatten, bei einem Hangout dabei zu sein und dass jedes Mal mehr Personen am Hangout teilnahmen. Doch die spannenden Lernprozesse in Bezug auf die eigenen Fragestellungen, der Transfer in die Praxis der Teilnehmenden war auf Google+ eindeutig nicht sichtbar.

D.h. eindeutig 1:0 für Gilly Salmon – wenn ich von sichtbaren Ergebnissen ausgehe. Inwieweit das Format des offenen Trainings die Lernenden auch in der offenen Phase zur Umsetzung von Neuem anregte, kann ich nicht sagen. Ein bisschen warte ich auch noch auf die Ergebnisse unserer Umfrage. Und vermutlich bin ich eine bessere Trainerin nach Gilly Salmon als nach George Siemens ???

Eine Reflexion meiner Moderationsrolle

Gestern moderierte ich das 1. Hangout on Air zur Content  Strategy im Rahmen unseres Web Literacy Lab. Ein Blogbeitrag, der den einstündigen Event kurz zusammenfasst, findet  sich auf dem WLL-Blog, das Video selbst auf meinem Youtube Kanal.

Start  des Events

Wichtig bei f2f Events und gleichermaßen bei Online Events sind Beginn und Ende. Der Beginn eines Google+ Hangouts on Air ist für die Moderatorin gar nicht so ohne. Eine gewisse Multitasking Fähigkeit ist dabei gefragt, ich muss  die TeilnehmerInnen „zähmen“, die Übertragung starten, meinen Einleitunsgtext  sagen  – das Resultat  von  gestern ist noch ausbaufähig (vielleicht traue ich mich ja, die ersten paar Sekunden noch wegzuschneiden bzw. finde die Zeit, mich  mit den Youtube Werkzeugen zu spielen!).

Doch bereits  vor dem Start der Übertragung gab es  Überraschungen – trotz einiger Generalproben. Geplant war, den Hangout on Air zu eröffnen ohne die Übertragung gleich zu starten, die ExpertInnen Brigitte  Radl und Heinz Wittenbrink zu briefen, und dann meinen Google+ WLL-Kreis einzuladen  sowie das Hangout öffentlich zu machen. Als ich wenige Minuten  vor 17:00 diesen  Schritt starten wollte, stieß ich jedoch auf eine Fehlermeldung (so in der Art, dass bei laufendem Hangout on Air Kreise und die Öffentlichkeit nicht mehr hingefügt werden können). Also musste ich den laufenden Hangout abbrechen, und von  vorne starten. Da stellte ich dann fest, dass die Einstellung „on Air“  verbietet, mein Hangout außer mit Kreisen auch mit „Öffentlich“ zu teilen. Ich lud darauf  hin nur meinen WLL-Kreis ein, setze das Häckchen bei On Air, und wir starteten. Allerdings war ich mir nicht mehr sicher, ob meine genaue Anleitung wie die TeilnehmerInnen aktiv oder passiv dazu stoßen können, noch gültig war.

Die ExpertInnen stiegen ein, und auch zwei Interessierte, die  im Hangout mitdiskutieren wollten. Bei einer Teilnehmerin funktionierten allerdings Videokamera und Sound (?) nicht. Als „alle“ da waren, klickte ich auf Übertragung starten – trotzdem gab es zu Beginn noch ein kleines Geplänkel, bevor meine Einleitung begann (während der ich das Video-Fenster von Heinz Wittenbrink fixiert hatte, sodass er groß sichtbar ist, während ich in meinem kleinen Fenster spreche …).

Während des Events

Den Teil der ExpertInnen, in den Brigitte und Heinz sich gegenseitig befragten, fand ich gelungen. Inwieweit die Teilnehmer im Hangout ihr Mikrofon gemutet  hatten oder nicht, konnte ich nicht feststellen. Allerdings kamen von ihnen während des ExertInnen-Inputs keine Nebengeräusche. Mir gelang es gut  mein Mikrofon zu „muten“ und un-„muten“, wenn ich wieder sprechen wollte.

Fauxpas: Brigittes Handy läutete während de ExpertInnen-Gesprächs – und als mein Laptop mehr Strom brauchte, stand ich einfach auf und holte das Kabel, ohne zu realisieren, dass ich trotz passiver  Rolle und ge-„mutetem“ Mikrofon per Videokamera sichtbar war!

Wie viele Personen online dabei waren, weiß ich nicht genau. Im Hangout selbst gibt es über dem Video die Anzahl der „Online“-Teilnehmenden, da stand einmal 4, dann 6, doch dann relativ lange 1. Allerdings hatte ich nach dem Hangout mit zwei Personen Kontakt, die online dabei gewesen waren.

Ein Teilnehmer kam erst recht  spät ins Hangout, wir hatten zuerst eifrigen Austausch auf Google+, da er die Einladung weder in seinen Benachrichtigungen noch im Google+ selbst sah. Auf jeden Fall werde ich das nächste Mal sowohl den Hangout Link als auch den Youtube  Link in Google+ öffentlich teilen.

Überraschend leicht fiel es mir, der Diskussion zu folgen, zu chatten, als Moderatorin aktiv werden, wieder zuhören.

Offene Aspekte

Als Einladende kann ich anscheinend  den TeilnehmerInnen das Wort entziehen (ihr Mikrofon muten) – das möchte  ich testen. Denn dann kann ich sowohl während der Startphase als auch während des ExpertInnen-Inputs  Nebengeräusche ausschalten (ich als Moderatorin habe die Kontrolle!).

Morgen nehme ich am nächsten Google+ Hangout on Air des #MMC13 teil, da werde ich mich spielen – wie kann ich zuhören ohne in Google+ eingeloggt zu sein, wie wenn ich eingeloggt bin – wann kann ich Kommentare schreiben? D.h. ich werde dieses Mal das tolle Service des Anklickens des Events direkt auf der Startseite nicht in Anspruch nehmen 🙂