ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

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In the Content Strategy program my students create a portfolio, write approximately once a month a post and share it openly in the web. Provoked by discussions with my students, especially with the COS17 students, I want to make my intentions why reflect openly clearer. Read the rest of this entry »

Das Thema Portfolio und insbesondere E-Portfolio boomte ja vor einigen Jahren. Im Rahmen des fnm-austria Netzwerks und finanziert vom damaligen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung wurden in einer Studie 2007 “Didaktische, organisatorische und technologische Grundlagen von E-Portfolios” erarbeitet und “Internationale Beispiele und Erfahrungen mit E-Portfolio Implementierungen an Hochschulen” analysiert. Ebenfalls 2007 berichteten wir über unseren kleinen, schrittweisen  “Implementation Process of ePortfolio at FH JOANNEUM” auf einer internationalen Konferenz. Dann wurde es ruhig um die Portfolios. Erst beim E-Learning Tag 2014 wurden das Thema Portfolios im Rahmen der Einreichung “Neues aus dem Europortfolio-Netzwerk: Workshop zu aktuellen Entwicklungen rund um E-Portfolios und Open Badges” (Tagungsband, S 127) und das Europortfolio-Projekt angesprochen.

Persönlich habe ich die Portfolios nie aus dem Auge verloren. Zu wertvoll erschien mir die Idee, Studierende während ihres Studiums den eigenen Lernzuwachs und ihre Produkte im Rahmen eines Reflexions&Produktportfolios reflektieren zu lassen. Doch ein Portfolio nur an eine Lehrveranstaltung zu binden oder den Portfolio-Ansatz ausschließlich während eines einzigen Semesters zu verfolgen, erwies sich als sinnlos.

Um so mehr freut es mich, dass es im Rahmen des berufsbegleitenden Studiengangs “Content Strategy” gelang das Thema Portfolio in der LV “Open Space und Portfolio”, die sich durch das Studium zieht, zu verankern. Die 24 Studierenden erwiesen sich – passend zum Thema des Studiengangs – als äußerst technik/online-affin heraus, trotzdem stellte sie die Erstellung eines öffentlichen Portfolios vor gewisse Herausforderungen. Die Auseinandersetzung mit dem Portfolio erfolgt schrittweise, im ersten Semester (WS 2014/15) arbeiteten die Studierenden an Konzepten zum Portfolio, in den letzten beiden Monaten wurden die Konzepte umgesetzt und erste Beiträge geschrieben. Die Portfolios der Studierenden sind bereits öffentlich zugänglich, sichtbar gemacht und beworben werden sie erst ab Ende des aktuellen Sommersemesters.

Über Ostern besuchte ich die 24 Portfolio-Plattformen und war von ihrer Vielfalt und den kreativen Titeln hingerissen. Viele Studierende sind excellente SchreiberInnen, was meinen Besuch kurzweilig gestaltete – so surfte ich oft viel länger durch die Beiträge als geplant. Als Plattformen für das Portfolio wählten die Studierenden WordPress, tumblr und blogger.com (Blog-Plattformen), bzw. Medium sowie Websites und öffentliche Googleplus-Beiträge.

Interessant ist für mich die Vielfalt der Herangehensweisen. Ich finde ein Portfolio ist etwas Persönliches, es soll den Studierenden dienen und erst in zweiter Linie den Lehrenden gefallen. Aus diesem Grund bemühe ich mich die Aufgabenstellung möglichst offen zu halten. Daher gibt es Studierende, deren Portfolio ein Teil ihres Blogs ist, der auch andere Themen beinhaltet. Dazu zählt etwa Daniela, deren Blog Studium, Arbeit und Privatleben beinhaltet, da sie sich mit dem Studium “in all ihren Lebensbereichen” befasst. Isabel startete mir ihrem “Denkarium”  vor Beginn des Studiums, Reflexionen und Produkte des Studiums finden sich bei ihr in einer eigenen Kategorie. Andere, wie etwa Steffen, stellen ausschließlich ihr Portfolio dar, Steffen verwendet dafür die Tags “Deliverables, Reflexion, Lernmethoden”.

Ich freue mich darauf die weitere Entwicklung der Portfolios beobachten und begleiten zu dürfen. Um die Auseinandersetzung mit dem Thema anzuregen und die Reflexionsprozesse zu stärken ist mein Feedback an die Studierenden transparent und für alle sichtbar. Auch sie selbst sind eingeladen die Portfolios der KollegInnen zu besuchen und ihre Wahrnehmung mitzuteilen. Die Vielfalt der Feedbacks soll den einzelnen und die einzelne in der Weiterentwicklung des Portfolios unterstützen.

Es stellt sich natürlich die Frage, wie so individuelle Leistungen mit einem einfachen Notenschema bewertet werden können. Ich arbeite gerade an einem Entwurf von Beurteilungskategorien, den ich ebenfalls in Diskussion mit den Studierenden weiterentwickeln möchte. Den wer könnte besser den Wert der Portfolios beurteilen, als sie selbst?

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