ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

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Jetzt ist es vorbei – das offene Training im Web Literacy Lab.

Wir haben in unserem Konzept versucht Gilly Salmon mit George Siemens zu kombinieren – und das klappte … naja.

Wie auf der Trainingsseite des Web Literacy Lab genau dargestellt,  begannen wir mit einer geschlossenen, sogar geheimen Facebook-Gruppe, um dann ein offenes Online-Training anzuschließen.

Phase 1 – 10-tägige Phase der Online-Sozialisierung in Facebook

In der Facebook-Gruppe vernetzten sich 35 Personen sehr rasch und phasenweise recht intensiv. Da meine Kollegin Erika Pernold die eigentliche Moderatorin der Gruppe war, konnte ich frei als Co-Moderatorin „herum lesen“, Links verfolgen, die TeilnehmerInnen kennenlernen, die Kommunikation analysieren, Lernprozesse entdecken, und erfahren, dass Facebook eigentlich ein mächtiges Tool für Gruppenlernen ist – und auch um einiges ansprechender als so manche Lernplattform ….

Phase 2 – 3-wöchige Online-Phase rund um die Content Strategy

Das offene Training bot Content auf der Seite des Web Literacy Lab an (Links, das E-Book von Brigitte Alice Radl, Karin Raffer, Heinz Wittenbrink: Content Strategy–Texte zur Einführung, …) inklusive Aufgabenstellungen für die einzelnen Wochen. Fokussierungspunkte des Online-Trainings waren die fünf Hangouts on Air, die von den TeilnehmerInnen jedes Mal sehr geschätzt wurden.

D.h. Gilly Salmon kam zu Beginn zum Einsatz inklusive formulierter Online-Aufgaben (sogenannte E-tivities) für Woche 1, Woche 2 und Woche 3 des offenen Trainings. Die Startphase der Online-Sozialisierung in Facebook klappte super, es verstand rasch Vertrauen, und auch die weiteren Phasen nach Gilly Salmon – Informationsaustausch und Gemeinsame Wissensproduktion – waren für mich sichtbar.

Im offenen Teil gemäß George Siemens und Stephen Downes stand Google+ den TeilnehmerInnen zum Austausch zur Verfügung bzw. zum Verlinken der eigenen Aktivitäten woanders. Die Infozentrale war mein Google+ Account und ich versuchte auch, die TeilnehmerInnen in meinem Kreis zu sammeln. Richtig sichtbar wurde die Auseinandersetzung der TeilnehmerInnen mit dem Thema allerdings nicht. Aus Feedback-Meldungen der TeilnehmerInnen (auch in der offenen Trainingsphase meist in Facebook) weiß ich, dass die Videos gerne gesehen wurden (entweder live oder danach als Konserve), dass einige den Vorsatz hatten, bei einem Hangout dabei zu sein und dass jedes Mal mehr Personen am Hangout teilnahmen. Doch die spannenden Lernprozesse in Bezug auf die eigenen Fragestellungen, der Transfer in die Praxis der Teilnehmenden war auf Google+ eindeutig nicht sichtbar.

D.h. eindeutig 1:0 für Gilly Salmon – wenn ich von sichtbaren Ergebnissen ausgehe. Inwieweit das Format des offenen Trainings die Lernenden auch in der offenen Phase zur Umsetzung von Neuem anregte, kann ich nicht sagen. Ein bisschen warte ich auch noch auf die Ergebnisse unserer Umfrage. Und vermutlich bin ich eine bessere Trainerin nach Gilly Salmon als nach George Siemens ???

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Ich möchte heute über meinen Input zur Didaktik bei dem MMC13-MOOC sprechen*. Der Impuls, den ich da als Impulsgeberin geben soll, geht mir schon lange durch den Kopf.

Während meiner Teilnahme an dem Change11 MOOC machte ich mir sehr viele Gedanken über die Didaktik eines MOOCs, versuchte diese auch in Bezug zu setzen zu Karl E. Weick’s „Sensemaking“ (Post in diesem Blog, mein Paper bei der GMW12, Karl E. Weick’s Buch). Doch hier und jetzt gehe ich das Thema einmal weit an:

Was mich schon sehr lange beschäftigt ist, wie lernen Menschen – und in diesem konkreten Fall: wie lernen sie in einem MOOC?

Meine Erfahrung ist, dass im Rahmen eines Online-Trainings ein Mindestmaß an Vertrautheit innerhalb einer Lerngruppe nötig ist, damit gemeinsames Lernen passieren kann. Im MOOC ist diese gemeinsame Online-Sozialisierung vom didaktischen Design her nicht explizit vorgesehen.

Warum habe ich es dann trotzdem geschafft, in dem Change11 MOOC viel zu lernen? Ich denke, im Austausch mit anderen, dadurch dass ich Twitter Tweets und Blogs gelesen habe, ist eine Art von Online-Sozialisierung passiert und Vertrautheit entstanden. Und vielleicht ist es auch im MMC13 so, dass wir bereits heute mit einigen vertraut sind, denen wir auf Twitter oder in Blogs begegnen. Auf jeden Fall sind wir vertraut mit Dörte und Monika.

Noch ein wichtiges Thema der Didaktik im virtuellen Raum ist für mich die Online-Identität. Wie kommen wir zu unserer Online-Identität im virtuellen Raum, in einem MOOC? Ich glaube, dass Bilder dabei eine wichtig Rolle spielen. Wie stellen wir uns dar? Ist unser Profilbild ein Foto unseres Gesichts oder eines halb verborgenen Gesichts (etwa mein Tauch-Foto) oder verwenden wir ein Bild/Symbol, das kein Foto von uns zeigt, jedoch für uns wichtig ist und etwas mit uns zu tun hat (wobei die anderen diesen Bezug möglicherweise nicht herstellen können).

Im Moment beschäftige ich mich gerade intensiver mit Emergent Learning, salopp gesagt meint das: Lernen passiert einfach, unabhängig von der Intention der Lehrenden, Trainerin. Ich bin überzeugt davon, dass ein MOOC Emergentes Lernen fördert. Nach Jenny Mackness und ihren KollegInnen braucht Emergentes Lernen klare Rahmenbedingung. Diese sind in einem MOOC sicherlich eine Herausforderung. Ich empfinde die Blogbeiträge von Dörte und Monika als Standbeine solcher Rahmenbedingungen.

* Dörte’s Aufforderung über unser PLE nachzudenken, hat mich dazu motiviert „Siri“ endlich auszuprobieren in Kombination mit dem neuinstallierten Werkzeug Evernote (ein Tipp aus unserem WLL Content Strategy Kurs) – und es hat gut geklappt!