ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

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Der Begriff Andragogy meint die lebenslange Bildung von Erwachsenen (wortwörtlich eigentlich „von Männern“ – weil wir Frauen schon schlau genug sind?). Ich verstehe unter Andragogy Lebenslanges Lernen (LLL).

Malcolm S. Knowles fiel mir auf als einer der ersten, der den Begriff Self-directed Learning beschrieb:

In its broadest meaning, self-directed learning describes a process in which individuals take the initiative, with or without the help of others, in diagnosing their learning needs, formulating learning goals, identifying human and material resources for learning, choosing and implementing appropriate learning strategies, and evaluating learning outcomes. (Knowles, 1975, p. 18)

Sowie die Rolle der Facilitators

‘self-directed learning usually takes place in association with various kinds of helpers, such as teachers, tutors, mentors, resource people, and peers. There is a lot of mutuality among a group of self-directed learners’ (Knowles, 1975, p. 18).

Und das bereits im Jahr 1975!

Ich beschloss, mich genauer mit dem Buch The Adult Learner. The Definitive Classic in Adult Education and Human Resource Development auseinanderzusetzen und im ZML-Leseclub vom März und Mai 2017 diskutierten wir Kapitel 9 New Perspectives on Andragogy . (S 183-202)

 

Übersicht

Knowles et al definieren sechs fundamentale Prinzipien lebenslanger Lernprozesse.

  1. Erwachsene Lernende möchten wissen, warum sie lernen sollen.
  2. Sie möchten selbst-gesteuert lernen.
  3. Sie erwarten, dass ihr bisheriges Wissen und ihre Erfahrungen in den Lernprozess einfließen.
  4. Sie sind bereit zu lernen (ready).
  5. Sie bevorzugen Lernaufgaben, in denen praktische Probleme gelöst werden.
  6. Sie sind motiviert zu lernen.

Im weiteren werden diese Prinzipien aus theoretischer Sicht und basierend auf Studien beleuchtet.

 

(1) The Learner’s Need to Know

Die Autoren schreiben, dass dieses Grundbedürfnis erwachsener Lernenden zu wissen, warum sie etwas lernen sollen, mittlerweile allgemein akzeptiert ist. Mir ruft das eines der Prinzipien der Gendergerechten Didaktik in Erinnerung: da hieß es, Frauen möchten wissen, warum sie etwas lernen sollen.

Basierend auf dieser Annahme sollen die Lernenden gemeinsam in den Planungsprozess des Weiterbildungsangebots eingebunden sein. Haben die Lernenden eine gewisse Kontrolle über das Angebot, wird ihr Lernprozess effektiver  – sharing control over the learning strategies is believed to make learning more effective (p 183). Im Studiengang Content-Strategie der FH JOANNEUM wird dieser Ansatz gelebt. In Diskussion mit den Studierenden wird jedes Jahr das Angebot feinabgestimmt und weiterentwickelt.

Die Autoren kritisieren, dass die breite Akzeptanz dieses Prinzips dazu führt, dass nur wenige WissenschafterInnen diese Annahmen überprüfen. Basierend auf Untersuchungen im Bereich von Trainingsangeboten wurden drei Dimensionen rund um den „Bedarf zu wissen“ (need to know) identifiziert, :

  • Wie findet der Lernprozess statt (Durchführung)?
  • Welches Lernen wird stattfinden (Lerndesign)?
  • Warum ist es wichtig zu lernen?

Die im Kapitel präsentierten Studien unterstützen die Annahme, dass Erwachsene bereits in die Planung des Trainings eingebunden sein sollen und dass sie in jedem Fall vorab Informationen zum Wie, zur Art des Lernens und zum Warum erhalten sollen.

 

(2) Self-Directed Learning

Knowles et al nennen zwei Konzepte des selbst-gesteuerten Lernens, und zwar selbst-gesteuertes Lernen als self- teaching und personal autonomy.

  • Sich selbst etwas Beibringen meint, dass die Lernenden die Kontrolle über die Mechanismen des Lernens haben und sich selbst unterrichten können.
  • Autonomie bedeutet, dass die Lernenden ihre Lernziele selbst bestimmen und Herr bzw. Frau des eigenen Lernprozesses sind (ownership).

Die beiden Konzepte des selbst-gesteuerten Lernens sind von einander recht unabhängig. Eine sehr autonome Lernerin kann sich z.B. entscheiden in einem hochstrukturierten xMOOC mit engem Rahmen zu lernen, und sie ist dadurch weit davon entfernt, sich selbst zu unterrichten.

Im allgemeinen geht man davon aus, dass erwachsene Lernenden nicht immer über Fähigkeiten des Sich selbst Unterrichtens und über Autonomie im Lernprozess verfügen. Selbst-gesteuertes Lernen hängt von der Situation ab (situational). Sowohl zu viel Selbststeuerung als auch zu wenig kann Probleme verursachen. So wird sich etwa ein sehr autonomer Lerner in einem stark kontrollierten, vorgegebenen Lernraum unwohl fühlen. (p 186) Es ist die Rolle des Lehrenden, sich dem Stil der Lernenden anzupassen (Grow, 1991) (p 187, Table 9-1):

  • dependent learner – teacher as expert with authority
  • interested learner – teacher as motivator and guide
  • involved learner – teacher as facilitator
  • self-directed learner – teacher as consultant

In einem weiteren Modell (Garrison, 1997) werden drei Kernkomponenten von selbstgesteuerten Lernprozessen genannt: Selbstmanagement, Motivation, Selbst-Monitoring / Reflexion. Erwachsene Lernende brauchen alle drei Komponenten. In der Auseinandersetzung mit berufsbegleitend Studierenden erscheint mir der letzte Aspekt besonders herausfordernd.

Rotter (1966, 1990) streicht die Wichtigkeit des Kontrollzentrums von Lernaktivitäten hervor (locus of control): Es gibt Lernende, die das Kontrollzentrum ihrer Lernprozesse in sich selbst sehen, die also ihre Lernprozesse selbst kontrollieren (sie werden internals genannt), während andere die Kontrolle abgegeben haben und Kräfte, die sie nicht beeinflussen können, als verantwortlich für ihren Lernprozess sehen (externals). Sogenannte internals zeigen ein besseres Lernverhalten, suchen aktiv Information, und brauchen nicht soviel Unterstützung wie externals, die auch mit Hilfe nicht die Kontrolle über ihr Lernen übernehmen.

Viele Faktoren beeinflussen, ob Lernende sich selbst-gesteuert verhalten oder nicht:

  • der eigene Lernstil,
  • Vorerfahrungen im Thema,
  • soziale Ausrichtung,
  • Effizienz,
  • Lernsozialisierung, frühere Lernerfahrungen,
  • Kontrollzentrum.

 

(3) Vorerfahrungen

Vorerfahrungen beeinflussen das Lernen (p 189),

  • indem sie ein breites Spektrum an individuellen Unterschieden zwischen Lernenden bewirken,
  • indem sie Lernressourcen beisteuern,
  • indem sie Verzerrungen bewirken, die neuen Lernprozessen im Weg stehen können und neue Lernprozesse formen,
  • indem sie die Basis für die Lern-Identität von erwachsenen Lernenden bilden.

Mentale Schemata können neues Lernen behindern (Argyrid, 1982) (Schon, 1987). Argyris beschreibt ein single loop Lernen, bei dem die Lerninhalte und die Aktivität der Lernens zu den früheren Erfahrungen passen, und ein double-loop Lernen, dass nicht in das bisher gelernte Schemata passt und daher große Widerstände bei den Lernenden hervorruft. Schon nennt das alltägliche Tun gemäß bekannter Schemata knowing in action, wohingegen reflection-in-action meint, dass im Prozess des Tuns oder Lernens durch Reflexion bemerkt wird, dass die alten Schemata nicht mehr passen und sie dann verändert werden.

Die Richtungen Schema Theory, Information Processing und Memory Research der kognitiven Psychologie erklären, wie frühere Erfahrungen Lernprozesse prägen.

Schema sind kognitive Strukturen, die beim Lernen ausgebildet werden. Rummelhart und Normann (1978) definieren drei Lernweisen: Faktenlernen (accretion), Abstimmung (tuning) – hier werden die Schemata einer Person bereits etwas verändert, und Rekonstruktion – in dieser Phase werden neue Schemata gebildet.

Senge (1990) spricht von mentalen Modellen als interne Bilder eines Menschen, die ihm oder ihr zeigen, wie die Welt funktioniert. Diese Bilder limitieren Menschen und bringen sie dazu auf bekannten Pfaden zu wandern.

Information Processing Theory geht davon aus, dass Vorerfahrungen als Filter für Lernprozesse wirken. Größere Aufmerksamkeit wird auf Lernprozesse gerichtet, die mit den Vorerfahrungen zusammenpassen.

In Bezug auf Memory Research setzt sich Ormrod (1990) vor allem mit dem Langzeitgedächtnis auseinander und bietet folgende Prinzipien für die Speicherung von Informationen an:

  • Manche Infos werden ausgewählt, andere ausgeschlossen.
  • Grundlegende Bedeutungen werden eher gespeichert als wörtlicher Input.
  • Bestehende Urteile über die Welt werden genützt, um neue Informationen zu verstehen.
  • Bestehendes Wissen wird zu dem neu erworbenen hinzugefügt und verändert es; was gelernt wird, kann mehr oder anders sein, als die eigentlich gelernte Information.

Diese Überlegungen erklären zu einem Teil die Entstehung des Konstruktivismus. Savery und Duffy (1996) legen  konstruktivistische Prinzipien für Instruktionen fest, von denen ich die folgenden wesentlich finde:

  • Verankere alle Lernaktivitäten ein einem größeren Problem.
  • Unterstütze die Lernenden dabei die Eigentümerschaft des Lernprozesses zu übernehmen.
  • Entwickle eine authentische Aufgabe.
  • Ermutige die Diskussion alternativer Herangehensweisen.
  • Ermögliche Reflexion.

Zusammenfassend kann Vorerfahrung einerseits beim Lernen helfen, andererseits jedoch auch Lernen verhindern. Es braucht also einen Prozess des „Ent-Lernens“ (unlearning) – Lewin (1951) nannte dies den unfreezing Zustand, in der Threshold Theory spricht man von den Phasen preliminal – liminal – postliminal, auch die Dekonstruktion im Zusammenhang der Geschlechterforschung fällt mir da ein.

 

(4) Bereitschaft zu Lernen

Erwachsene sind bereit zu lernen, wenn sie in ihrer jeweiligen Lebenssituation etwas Neues wissen oder können müssen, d.h. so ein Lernen ist situativ. In unterschiedlichen Lernsituationen können sich die Lernenden ganz unterschiedlich verhalten.

Pratt (1988) nennt die zwei Dimensionen Richtung/Anleitung (direction) und Unterstützung (support) als wesentliche Möglichkeiten des Lernverhaltens. Je nach Inhalt und Vorwissen brauchen erwachsene Lernende viel oder wenig Anleitung, je nach Person und Situation brauchen sie mehr oder weniger Unterstützung.

 

(5) Lösen praktischer Probleme

Erwachsene lernen am besten, wenn neue Lernaufgaben in ein praktisches Beispiel aus dem realen Leben verpackt sind. Dieser experiential approach hat sich vielfach bewährt. Kolb war maßgeblich an der Verbreitung von experiential learning (Erfahrungsbasiertes Lernen ?) beteiligt. Sein experiential learning cycle (1984) besteht aus vier Stufen:

  • Konkrete, praktische Lernerfahrungen im Hier und Jetzt
  • Beobachtungen und Reflexion
  • Generalisierung und Ableitung von abstrakten Konzepten
  • Test des neuen Konzepts in neuen Situationen

 

(6) Motivation

Die Motivation zu Lernen ist für erwachsene Lernende intrinsisch. Sie ist die Summe aus vier Faktoren (Wlodowski, 1985):

  • Success: Erwachsene möchten erfolgreiche Lernende sein.
  • Volition: Erwachsene möchten ihren eigenen Willen in Lernprozesse einbringen.
  • Value: Sie möchten etwas lernen, das für sie einen Wert hat.
  • Enjoyment: Sie möchten eine angenehme Lernerfahrung haben.

Besonders gut gefallen mir Wlodowski’s Charakteristika und Fähigkeiten eines Lehrenden, der motiviert:

  • Expertise: Motivierende Lehrende wissen viel und bereiten sich gut vor.
  • Empathie: Sie verstehen die Bedürfnisse und Erwartungen der Lernenden und nehmen diese ernst.
  • Enthusiasmus: Sie tauchen ganz in ihre Rolle ein und bringen Emotion und Energy ein.
  • Klarheit: Sie sind verständlich für die Lernenden und unterstützen bei Verständnisschwierigkeiten.

Am besten lernen erwachsene Lernende, wenn sie glauben, dass sie die neuen Inhalte bewältigen können und dass diese ihnen konkret nützlich sein werden.

Fazit

Mich beeindruckt, dass Knowles und Kollegen sich bereits so früh auf diese Art mit Lernprozessen erwachsener Lernender auseinandergesetzt haben. Die erste Ausgabe des Buchs stammt aus dem Jahr 1998. Die Ausführungen beruhen Überlegungen, die oft Jahrzehnte älter sind.

Gerade in der Online-Lehre mit berufsbegleitenden Masterstudiengängen oder in Weiterbildungsangeboten sollte man diese sechs Prinzipien berücksichtigen.

 

Literatur

Knowles, M. (1975) Self-directed learning: A guide for learners and teachers. New York: Association Press

Knowles, M. S., Holton III, E. F., & Swanson, R. A. (2005). The Adult Learner. The Definitive Classic in Adult Education and Human Resource Development. Burlington: Elsevier

 

In the BizMOOC project we will create three pilot MOOCs. Last week the project team met in Cardiff at Open University (OU). After doing research and collecting a lot of data for the MOOC book – which went online at the end of February – we are now thinking about our MOOCs. During the partner meeting we had a one day workshop about learning design for MOOCs together with experts from OU – Martin Weller and Ruth McFarlane.

In a sub-group five partners (FH JOANNEUM, AVL List,University of Economics Krakow and Hasso-Plattner-Institut) will develop a pilot MOOC focusing on business key competences.

The learning design word wheel

It was interesting that the experts of OU suggested that we start with the learning design word wheel of Open University and think about ‚meta-aspects‘ of our MOOC. Should it be innovative, or demanding, or professional or supporting? This question was a hard one, how can we start to think about this meta-aspects without already knowing the content, the target groups, …

But they forced us to do it their way! As we will build a business MOOC I expected the group to decide for a ‚professional‘ MOOC. But in a vivid discussion we chose the word ’supporting‘ which I like very much. In all my learning programmes I aim to support learners. As sub-words we agreed on ‚confidence‘ and ‚encouragement‘.

If you are interested in the learning design word wheel you can use it at OU website. It’s free to use but probably you have to register before.

Personas

In the second step we were invited to think about our learners and develop profiles. We had to find a name for our students, define the age, we discussed nationality, sex, occupation, educational background, experiences and motivation for the MOOC, as well as their study skills, strengths and weaknesses.

During the discussion we learned a lot about our future students and we got to know each of the team better as well. Christian from HPI created small avatars for our mooc / mock students which were fun.

Activity planner

The next step: we started to discuss learners‘ activities in our MOOC. Should they be assimilative, finding and handling information, communicative, productive, experiential, interactive/adaptive or assessment tasks?

Ruth gave us this nice booklet to work with but of course you can find the information online as well. Also this task was not that easy because we had to find a common understanding about the meaning of the different activities and then agree upon the best mix. Of course we didn’t agree and the individual estimations about time spent on the different activities were different.

Real planning

In the last part of the workshop we started with the real planning of the MOOC weeks. Also this time Ruth provided a very useful excel sheet, which I didn’t find online and therefore cannot share in this post.

The first page in the excel sheet gives an overview of the MOOC based on the weeks. For each week we had to think about its title, a short summary and the learning objectives. Furthermore we had to estimate the hours our learners will spend in this week.

The next pages show the individual weeks. During the weeks we had to define the activities (communicative, productive, … – as mentioned above) and they are implemented (in a discussion, a document, a video …). Furthermore we had to decide how much time the learners should / would spend on each activity. The sum of the time spent on all activities in one week should add to the hours planned for this week.

Of course we didn’t finish all the planning in Cardiff but we built a useful basis for our future work on the MOOC design.

Summary

I’m experienced in developing MOOCs (for example http://cope15.at/) and we developed a small MOOC how to create a MOOC. Nevertheless the learning design workshop, provided by Open University, was very helpful and I learned a lot. Mainly the approach of OU supported us – the team members of the BizMOOC – to get a common idea about our MOOC. In addition the very structured design was helpful to really work on the MOOC and produce the first week.

 

 

Nearly a year has passed since my last post about MOOCs in February 2016.

I have not been lazy in this year and I haven’t stopped thinking about MOOCs. For example:

  • In May 2016 together with Jenny Mackness I presented our work about Visualising structure and agency in a MOOC using the Footprints of Emergence framework at the tenth International Conference on Networked Learning in Lancaster.
  • I was and still am involved in two European MOOC projects led by my university: the AtLETyc project and the BizMOOC project.
  • In September, during the partner meeting of the AtLETyc project we decided spontaneously to create a small MOOC within a month to provide the partners with the MOOC experience on the one hand and to let them work on content for MOOCs on the other hand. If you are interested take a look at the AtLETyc MOOC camp.
  • And I did some really great MOOC learning in Matt Silady’s Comics: Art in Relationship MOOC. Because drawing Comics takes a lot of time I have spent less time writing about MOOCs ….

In the future my dealing with MOOCs will get more intensive as we will build one MOOC for athletes with useful knowledge for them with respect to the time after their sports career and another MOOC to provide business key competences to whoever may relate to.

In the BizMOOC project a common body of knowledge was collected which resulted in 14 discussion papers about MOOCS and online education, MOOCs initiatives, MOOC types, MOOC quality and MOOC pedagogy, drivers behind MOOCs, recognition of learning in MOOCs, business models for MOOCs, MOOCs and human resources, and useful online material for the BizMOOC.

Furthermore in the BizMOOC project we investigated needs and gaps with respect to business people, people in Higher Education and the society as a whole. I find the society survey on MOOCs very interesting. And I’m a little bit sad that according to this report face-to-face rather than online courses are still preferred by participants. There are so many amazing online courses out there in the web!

At the upcoming partner meeting in Cardiff this week we will work on the concepts for the three Pilot MOOCs focusing on life-long learning, business key competences and innovation & creativity. We will create a cMOOC, an xMOOC and a Hybrid-MOOC. I’m looking forward to our training session with Martin Weller, whom I got to now at the #change11 MOOC.

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Lancaster University, one of the leading universities in the UK, has long experience of dealing with distance students and for a long time I have been curious about how their e-learning works. Yesterday I had the opportunity to talk to Karin Tusting, a Senior Lecturer in Linguistics and English Language, and pose four questions.

(1) How are the Courses Organised?

  • How do you organise your PhD distance courses?  
  • Are all the different modules in a PhD distance programme fairly similar (with respect to how they are organised e.g. how many online meetings, how many assessments etc) or are they very varied?

Karin answered my first question with respect to the PhD in Applied Linguistics by Thesis and Coursework, where after six modules of coursework the students will start their research work for their thesis.

Coursework

The distance students can attend the PhD programme full-time (completing all the coursework in one year) or part-time over two years. The programme is organised according to a blended learning approach.  Each year it is compulsory for the students to participate in four face-to-face residential weeks – one induction week in January and three further weeks in July.

There are 5-15 distance students every year. In the induction week at Lancaster University they get to know one another, visit the library, and attend classes where all the courses/modules are presented. After this week they should know which courses they want to take. Part-time students have to select three modules in the first year and three modules in the second year (dealing with the subjects of both linguistics and research methodology). After the induction week the online phase starts.

During the online phase in one of Karin’s modules for example, the students have two units in the first semester which last three weeks each, where they have to read papers, work on tasks, hand in their results, reflect and give feedback. Each module is offered once every two years; therefore there are two cohorts of students in each coursework module.

In the residential weeks at Lancaster University the students attend four to six hours a day where they have to apply themselves to their learning, present results, and communicate with teachers and colleagues. In their ‘free’ time they still have a lot of other work to do. After these three weeks the students are ready to work on their final papers for the modules. They have to hand in the first paper in September, and the second and the third paper in November. In this period they also start to focus on their thesis, by collecting data for example.

Thesis

During their work on the thesis (and I forgot to ask how long this would last) the students are supported by their supervisor who will be available for them once every two weeks (for full-time students) or once a month (for part-time students). There are no group activities for students and there is no common learning community. Some cohorts of students do, however, self-organise in online groups.

(2) Which Software is Used?

  • Which technical tools do you use on the courses? (learning platform, video conferencing tool, messaging software e.g slack, social media)

Karin told me that they work with Moodle extensively and that no other technical tools are used in the coursework modules. This means that the students are mainly working asynchronously and alone. Furthermore the assessments are all text-based. – This is true of the modules Karin worked on, but there are other modules on the same programme which could have different kinds of activities and forms of assessment

This is in contrast to the undergraduate and Masters courses where the students work individually and in groups, and where the teachers are experimenting with more diverse assessment methods at the moment based, on the Digital Lancaster strategy.

During the thesis period students and supervisors communicate one to one mostly via skype.

(3) How do the Teachers do their Job?

  • How do you train the teachers of the PhD distance courses to plan the courses, to implement their concept/build the virtual learning environment, to deliver/carry out the courses?
  • Do the teachers have help with the courses e.g. pedagogical help to plan their courses, technical help to build the environment, assistance when carrying out the course?

Karin told me that there is no particular training programme for online teachers. There is some technical support from the IT Services. With regard to pedagogical issues inexperienced teachers tend to learn from more experienced colleagues mostly in ad hoc team teaching situations. Once a year the department organises a Teacher Day where the teachers focus on a pedagogical topic with no special emphasis on online learning.

At PhD level there are no tutors supporting the teachers.

(4) How do the Students learn?

  • Do you succeed in building a learning community of students and how well does this community work?
  • What percentage of the students’ workload is group work or pair work or individual work?

The distance students mostly learn individually and alone. Group activities and interaction organised by the programme is limited to the face-to-face weeks at Lancaster University and occasional online discussions. Karin told me, that the students have usually bonded quite strongly as a group while doing face to face work, which affects how they engage with the distance bits. Online group activities happen on the initiative of the students.

A final question

Before I left, I asked Karin if she likes being an online teacher. She said that teaching online is demanding and that it needs more preparation and more time than f2f teaching. She admitted that time was an issue – as indeed it always is for online teachers. And she started to beam when she mentioned how much she enjoys it and how satisfying it is to watch students think and develope.

I would like to thank Karin for the interview and I’m sorry if have misunderstood anything – this blogpost is just my account of our meeting.

Im Dezember stand Phase 2 der Auseinandersetzung mit Twitter am Programm (zur Vorgeschichte). Die  40 #jpr16 Studierenden waren herausgefordert, die Qualität der Tweets und des Austauschs zu steigern, von einer Vielschreiber*in zu lernen und die eigenen Aktivitäten zu reflektieren.

Diesmal besteht die Herausforderung an mich darin jeder Person ein individuelles Feedback zu geben. Dabei gehe ich folgendermaßen vor:

  • Ich checke die Kontinuität der Tweets, gehe die Timeline entlang und lese so viele Tweets, bis ich einen Eindruck erhalte. Dann schaue ich mir unter Tweets&Replies die Gruppengespräche an und lasse das Twitter-Profil auf mich wirken. Ich besuche die ausgewählte Vielschreiber*in und mache mich auf die Suche nach der Reflexion, die in Tweets zu finden ist, in Google-Dokumenten, in einem Blog, in einer Twitter Message oder in einer E-Mail. Oft ist diese Reflexion auch nicht explizit irgendwo festgehalten.
  • Neben dieser bewussten Auseinandersetzung mit dem Tweetverhalten der Studierenden reflektiere ich meine persönliche Wahrnehmung: wie wirkt der jeweilige Twitterraum auf mich, gehe ich in Resonanz, nehme ich eine Person in der Fülle der Tweets wahr, erhalte ich Nachrichten, die mich ansprechen, werde ich zum Weiterlesen, Schauen, Hören, Schmunzeln verführt. Spricht mich das Profil an?

Jede Woche sollten die Studierenden 10 Tweets verfassen, das bedeutet mittlerweile haben sie um die 80 Tweets oder mehr verfasst. Ein Viertel der Studierenden (10) haben weniger als 75 Tweets verfasst, doch nur um zwei von ihnen mit weniger als 40 Tweets mache ich mir Sorgen. Mehr als ein Drittel (14) sind VielschreiberInnen mit zumindest 149 Tweets in den letzten acht Wochen. Das beeindruckt mich und freut mich.

Es ist durchaus legitim, dass manche Studierende noch auf der Suche nach ihrem Stil, ihren Themen, ihrer Twitter-Identität sind. Viele tweeten bereits recht professionell und es scheint ihnen auch Spaß zu machen.

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Phase 3: Januar 2017 – Professionalität anstreben

In der letzten Phase bekommen die Studierenden nun den folgenden Auftrag:

1) Meine Feedbacks berücksichtigen und den Empfehlungen folgen, wenn sie für die Studierenden Sinn machen.

2) Ein bis zwei Themen auswählen und professionelles Tweeten ausprobieren (also wie beim Schreiben auch Recherchieren, Quellen auswählen und angeben, eigene Sicht schildern).

3) Werkzeuge rund um Twitter ausprobieren und miteinander teilen, wie etwa tweetdeck, Verbindung zu anderen Social Media, …

In der LV Webkompetenz für Medienberufe – 1. Sem. im Studium Journalismus und PR, FH JOANNEUM – steht der Erwerb von Web Literacies im Zentrum. Anhand des Mikrobloggingdienstes Twitter setzen sich über 40 Studierenden mit Competencies needed for reading, writing, and participating on the Web (siehe auch Mozillas Web Literacy Map) auseinander.

Auftrag der Phase 1 war Schreiben, Schreiben, Schreiben. In den letzten drei Tagen unterzog ich die Twitter-Aktivitäten „meiner“ #jpr16 Studierende einem ersten Monitoring und bin sehr zufrieden. 

Statistik

Zwischen 2 und über 200 Tweets verfassten die Studierenden in den ersten eineinhalb Monaten. Da meiner Meinung nach die kontinuierliche Arbeit mit einem Social Media Werkzeug für eine tiefe Auseinandersetzung nötig ist, gibt es den Zwang der 10 Tweets pro Woche. Da beeindruckt mich das Engagement der Studierenden sehr, 50% haben mehr als das Doppelte gepostet!

Durch kleines Anstupsen sind nun auch die beiden Wenigschreiberinnen gestern und vorgestern in die Gänge gekommen  🙂

Challenge

So viele Tweets zu lesen ist natürlich eine Herausforderung. Ich führe diese Aufgabe in vier Teilen durch, zehn Personen hintereinander kann ich noch irgendwie wahrnehmen. Zuerst scrolle ich den öffentlicheren Teil unter „tweets“, schaue, wo ich hängen bleibe, was in mir auf Resonanz stößt. Mein Anspruch ist bei jeder Person etwas zu entdecken, bei dem ich andocken kann und wo ich dann auch reagiere. Das ist meistens leicht, manchmal schwieriger – und gegen Ende bin ich auch nicht mehr so neugierig wie zu Beginn. Das tut mir leid! Es kann auch sein, dass ich dann vergesse, einem Studenten oder einer Studentin gegenüber zu reagieren. Das finde ich nicht ok, doch es passiert, auch hier sorry, falls es diesmal so war.

Unter tweets&replies sehe ich dann ein vollständigeres Bild.

Das schaue ich mir an

  • Welche Inhalte kommen vor? READ / WRITE
  • Wie viele retweets, wie viele Verlinkungen? READ
  • Werden Media eingebunden? WRITE
  • Wird die Person für mich sichtbar? (etwa persönliche Kommentare zu Links, Auswahl der Medien, Profilbild) WRITE
  • Wie (sehr) ist die Person in Kontakt mit anderen? PARTICIPATE

Die follower / following Infos checke ich Ende Dezember.

Gruppenfeedback

Mein Besuch der studentischen Twitter-Räume war spannend und unterhaltsam. Ich wurde zum Lesen unterschiedlichster Artikeln angeregt und zum Musik Hören. Ich sah tolle Medieneinbindung. Die bewegten Gifs bin ich rasch übersprungen.

Manchmal erschien mir die Person noch ein bisschen in ihrer eigenen Echokammer mit vielen retweets und wenig persönlichen Bezügen. Ich bin über Dialekt-Tweets gestolpert, das ist nicht mein Stil, doch ich habe es dann gleich ausprobiert. Tweeten in unterschiedlichen Sprachen finde ich nett. Offen ist für mich das Thema der gepinnten Beiträge. Ich würde einen Beitrag nie pinnen. Das mache ich in facebook mit Studierendengruppen, damit die Aufgabenstellung sichtbar bleibt – doch Twitter hat einen anderen Drive für mich.

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Phase 2

In der zweiten Phase bis Weihnachten geht es nun darum die Qualität der Tweets und des Austauschs zu steigern, anhand einer Reflexion der eigenen Aktivitäten und eines Vorbilds (es kann ein gutes oder schlechtes Vorbild sein).

Reflexionsfragen

  • Mein Twitter Profil: welchen Namen verwende ich, welches Bild, warum habe ich den Namen ev. auch gewechselt?
  • Mein Twitter Stil: Wie viel an eigenem Text schreibe ich? Wie viele Retweets? 
  • Wie viele Links zu anderen Inhalten? Glaube ich, dass ich meine LeserInnen zum Besuch der Links motiviere? Und wie mache ich das?
  • Verwende ich Multimedia in meinen Tweets? Warum mache ich das und was ist der Erfolg?
  • Wie gut bin ich mit anderen vernetzt? Gibt’s auch Gespräche in einer kleinen Gruppe? Wie profitieren wir da?
  • Welchen Leuten folge ich? Und was habe ich davon?

Cool wäre es diese Reflexion in Twitter sichtbar zu machen!

Vorbild: Vielschreiber*in

Aufgabenstellung: Sucht euch eine Vielschreiberin auf Twitter (jede Person jemanden anderen) und verfolgt ihre oder seine Aktivitäten für eine Woche. Postet die ausgewählte Person in einem Tweet. Überlegt dann, was diese Person schreibt, warum sie so viel schreibt, und was ihr von ihr lernen können. Ev. startet Ihr diese Beobachtung auch mit Eurer persönlichen Fragestellung. Teilt ein paar Einblicke auf Twitter mit anderen.

Studierendenfeedback

Gleich nach meinem Posting gab es die Reaktion eines/r Studierenden. So ein rasches Feedback finde ich total fein, da es mir dabei hilft, die Auswirkungen meines Feedbacks klarer zu verstehen. Ich möchte gleich betonen, dass auch Personen, die sich seit ewiger Zeit mit Webkompetenzen auseinandersetzen, nur eine Sicht haben (nicht die Sicht). Ich lerne gerne selbst dazu und überprüfe meine Annahmen.

„Sie schreiben immer wieder, dass bei manchen Studierenden die Person dahinter nicht sichtbar wird“

Mit Person dahinter meine ich, ob Tweets auf mich authentisch oder aufgesetzt wirken. Immer nehme ich ja – auch online! – zu einem gewissen Maß auch die Person dahinter war.

„Ich möchte nichts Privates posten … hat ein Posting über mein Essen oder darüber was ich grad daheim tue nichts in meinem Twitter Feed verloren“

In Bezug auf private Inhalte ist umstritten und unklar, wie viel an Privatheit „gut“ ist. Zu viel an Privatem gefällt mir auch nicht. Andererseits werden private Seite beim Posten sichtbar, etwa Radfahren, was einem gefällt, politische Einstellungen beim Posten zum Tagesgeschehen. Für mich kommt hier der Aspekt der Authentizität zum Tragen. Was ich schreibe, soll zu mir passen, soll ich gut vertreten können.

Darstellung „meiner Person …. sollte … nicht Pflicht sein um als „gute“ Twitterin zu gelten.

Ich möchte unterstützen, dass jede Person ihren oder seinen eigenen Stil sucht. Ich kann und möchte Euch nicht zu einem Stil zwingen – doch ich erwarte, dass Ihr Euren Stil reflektiert und in dem Rahmen, der Euch passt, auch was ausprobiert.

„es macht mehr Spaß als ich anfangs gedacht habe „

Das freut mich und ich möchte Euch auf gar keinen Fall den Spaß nehmen!

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As mentioned before in my contribution How to use comics to organize and reflect (online) learning processes I’m engaged in creating comics. My objective is to evaluate how to use comics in my teaching. You may ask:

Why should a teacher use comics in his or her teaching?

As I believe that learning takes place inside the head of a person and I cannot influence that a lot (constructivism) I’m looking for tools to nourish the curiosity of my students. My approaches are broad and diverse while I facilitate mostly online learning processes (connectivism, emergent learning).

Phase 1: In May of this year I started with Nick Sousanis Grids and gestures exercise which turned out to be a nice experience. I learned how to create abstract comics and use them for structuring and reflection. I even offered a comics workshop for my colleagues who liked it a lot. Stimulated by the comic making exercise I reflected the positioning of grids in a comic and considered the relationship between space and image.

Phase 2: At the moment I’m learning in Matt Silady’s Comics: Art in Relationship MOOC. This time it’s a lot harder because I have to draw „real“ comics. We are now in week 4 and I haven’t started yet with the homework of week 3! Until now I created a two pages comic about myself and 5 (!) comic diaries.

It’s amazing for me to discover that there is a lot of theory behind comics! And I love theory when I’m invited to apply it.

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In the first week Matt defines comics as visual art in relationship and broadens the former definition of sequential art. He invits us to look for comics in our every day life.

In the second week he mentions three types of relationships in comics: visual art & visual art (image & image), visual art & text, visual art & cultural context (mainly used in comic jokes). He lists 7 image-image relationships (moment to moment, action to action, subject to subject, scene to scene, aspect to aspect, non-sequitur, symbolic) and 7 text-image relationships (word specific, picture specific, duo specific, intersecting, interdependent, parallel, montage/pictorial).

In the third week we think about time and space, which are one in comics, as Matt declares. The „gutter“ between one comic grid and the next can contain a different amount of time, one second, one hour, one day, a whole life, … And that’s the next assignment I’m thinking about at the moment!

Reflection: Drawing this comics I realize that I cannot draw … so I limit myself to stick figures and strange perspectives. On the positive side I  can imagine stories and I get ideas how to sketch them. During this time I moved from black&white images to colored ones.

In the back of my head I’m looking for ideas how to transfer comics into my teaching. And …. I already used some of my own comics in a presentation at a conference.

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