ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

Notizen für meine Keynote zu Bildung On-/Offline

Posted on: August 21, 2017

Ich wurde eingeladen, bei der BNE Sommerakademie des Forum Umweltbildung 2017 eine der drei Keynotes rund um „Bildung On-/Offline: Digitaler Wandel als Chance einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zu halten. In der Vorbereitung dazu wurde ich durch einige Posts meiner Content-Strategie Studierenden zur Methode MUSE angeregt, mit der man eine Geschichte entwickeln kann. In diesem Blogpost sind meine Überlegungen festgehalten.

Meine Identität: Online-Moderatorin

Ein Großteil  meiner Arbeit findet im Web statt, wo ich Studierendengruppen und Trainingsgruppen betreue.

Und ich lerne im Netz, habe meine Kontakte online, auch Freundinnen auf diese Art gewonnen.

Meine Erfahrungen

  • Vorteile online: Monitoring – ich kann zusehen, Einzelpersonen wahrnehmen – ich brauche nur einzuschreiten, wenn etwas unklar ist, ein falscher Weg eingeschlagen wird, jemand etwas braucht von mir
  • Gruppenprozesse – Verantwortung abgeben, Vertrauen haben. Bildung der Online-Gruppe – Online-Sozialisierung ist ganz wichtig
  • Fachkenntnisse versus “Lebenskenntnisse” etwa Arbeiten in Teams, in Online-Räumen, sich selbst motivieren und strukturieren, Entrepreneurship, Kommunikationsfähigkeiten, …
  • Beziehung entsteht online auch, Studies helfen Lehrenden mit wenig technischem Know-how bei Videokonferenzen – online Prozesse demokratisieren

 

Anwendung der Methode: MUSE Story Telling 

http://oer.fh-joanneum.at/contentstrategy/starke-storys-gehen-mitten-ins-herz-muse-storytelling/

Begriffe der MUSE Methodik sind kursiv.

People

Lehrerin, engagiert, mag ihre Schüler und Schülerinnen und schätzt sie. (weitere Beschreibung weiter unten bei Einstieg)

Places – An welchen Orten wirkt der Charakter echt und lebendig? Welcher Gegenstand ist typisch?

Schule: Lehrerin sitzt in der Klasse mit ihren SchülerInnen, im Kreis, in Gruppen

Computer: Lehrerin sitzt zu Hause am Laptop, in der Straßenbahn mit ihrem Handy

(Slack: ein Online-Kommunikationsraum – geschützter Raum)

(Blog: ein Online-Dokumentationsraum – offen im Web)

Arbeiten am Abend: auch zu eigenartigen Stunden scannt die Lehrerin die Online-Räume nach Anregungen

Purpose –  Was ist die Botschaft der Geschichte, was möchte der Film ausdrücken? Fühle ich mich danach gut gestimmt, bin ich nachdenklich, fühle ich mich gar veranlasst, etwas bestimmtes zu tun (Call-to-Action)?

Mutige LehrerInnen können etwas verändern: können ihre SchülerInnen motivieren. Das Web ist ein guter Lernort für die Generation Z. Das Web in den Unterricht zu integrieren, ist möglich. Gute Verbündete im Kompetenzaufbau sind die Schüler und Schülerinnen selbst – aber auch Kinder und Enkelkinder.

Plot

Ideal-Zeitaufteilung

https://musestorytelling.org/what-is-muse/

vorher: 1 min Vorstellung – 14 min: 3,5 Beginn, 7 Mitte, 3,5 Ende

25% Einstieg mit Hook, Problemstellung und Annahme der Aufgabe

Einstieg

Lehrerin, engagiert, mag ihre Schüler und Schülerinnen und schätzt sie.

Uniqueness: Interessiert sich für das Web. Merkt, dass da spannende Dinge passieren. Ist offen und neugierig. Nimmt wahr, dass junge Menschen größere Technikkompetenzen haben als sie. Fragt sich, welches Potential Online-Lernprozesse haben?

Complexity: Lehrerin nimmt die Buntheit ihrer SchülerInnen wahr, ihre Verschiedenheit, ihre Stärken und Schwächen. Dass sie schlecht Rechtschreiben können und eine kurze Aufmerksamkeitsspanne haben. Dass sie in der Erledigung ihrer Aufgaben flatterhaft sind, oft bequem und unentschlossen, dass sie vieles nicht interessiert. (Generation Z)

Möchte sich und die SchülerInnen auf ein Online-Experiment einschwören

Hock

Die Lehrerin geht in ihre Klasse und möchte ein besonders spannendes Thema mit den Schülerinnen und Schülern erarbeiten. Sie hat Anschauungsbeispiele mitgebracht und beginnt ihre Stunde voller Elan.

In der Laptop-Klasse sitzen die  Schülerinnen und Schüler vor ihren Laptops. Nur einige von ihnen nehmen die Anstrengung der Lehrerin wahr. In den hinteren Reihen wird gelacht und die Jugendlichen sehen sich an. Anscheinend machen sie etwas online gemeinsam.

Problemstellung

Wieder einmal überlegt sich die Lehrerin, dass sie anders unterrichten möchte und das Web so in den Unterricht einbinden möchte, dass das, was sie beobachtet – Engagement und gemeinsamer Austausch – auch zu Unterrichtsthemen stattfindet.

Annahme der Aufgabenstellung

Die Lehrerin beschließt ein Online-Experiment zu wagen. Ihr Anspruch an sich ist hoch, sie wird sich auf etwas ganz Neues einlassen, das für den Schulkontext ungewöhnlich ist. Sie möchte die Schüler und Schülerinnen anhand einer offenen Aufgabenstellung in einer Online-Gruppe selbst-gesteuert arbeiten lassen und inhaltlich nicht eingreifen, auch nicht das Ergebnis vorwegnehmen. Sie möchte Vertrauen in die Online-Gruppen setzen. Sie wird das Experiment vorerst nicht benoten, denkt sie sich.

Mittelteil
7 min Hürden, Umwege und Ereignisse, die sie daran hindern, ihre Aufgabe zu erfüllen – Auf und ab

Gesagt, getan – doch wie getan? Was braucht sie um das digitale Lernen und Lehren optimal umsetzen zu können?

Sie macht sich schlau, welche Kompetenzen sie braucht

Schritt 1: Sie lernt selbst in kleinen und großen Online-Gruppen. Sie kommuniziert, erlebt Online-Gruppendynamik,

  • Es erleben, selbst online in einer Gruppe lernen – 21th Century Kompetenz: Kommunizieren, Probleme lösen. 
    • In einem Online-Kurs, das meint: eher kleinere Gruppe in geschütztem Online-Raum
    • Oder in einem MOOC: einem massive open online course
  • Sich mit Online-Gruppenprozessen und Online-Moderation auseinandersetzen nach Gilly Salmon: Besuch eines E-Moderationskurses – 21th Century Kompetenz: Kooperieren/Kollaborieren, Probleme lösen <= Moderieren

Ihre Erfahrungen:

  • Online-Austausch ist intensiv, findet auch außerhalb der Arbeitszeiten statt
  • Man sich lernt sich doch recht gut kennen, auch ein paar Eigenheiten, obwohl man sich nicht sieht (höchstens ein Foto), nicht hört (oder höchstens kurz hört bei einer Videokonferenz), nicht riecht.
  • Online-Austausch macht Spaß und beschäftigt einen während des Tages immer wieder.
  • In so einer Online-Gruppe – und noch mehr in einem MOOC – gibt es eine riesige Anzahl an Anregungen und Ideen.

Doch so richtiges Praxiswissen hat sie damit noch nicht angesammelt.

Schritt 2: Sie wird online selbst aktiv. Sie recherchiert zu ihrem Thema, sammelt Unterlagen, stellt diese ihren neuen Online-KollegInnen zur Verfügung und sie setzt sich mit Online-Räumen auseinander.

  • Lernmaterialien sichten, erstellen – 21th Century Kompetenz: kreativ sein, Probleme lösen
  • Kompetenz einen Moodle-Raum zu gestalten – 21th Century Kompetenz: kreativ sein, Probleme lösen
  • Einrichten einer Whatsapp Gruppe oder eines Slack-Raums (http://slack.com) für die Kommunikation mit ihren neuen Online-KollegInnen – 21th Century Kompetenz: kreativ sein, Probleme lösen

Ihre Erfahrungen:

  • Mit ein bisschen Übung findet man online rasch spannende Materialien.
  • Tauscht man diese mit der Online-Gruppe aus und machen das die anderen auch, so entsteht ganz leicht ein Pool an Materialien.
  • Als technikaffine Frau traut sie sich auch an die Produktion von Material, z.B. in dem sie ein kurzes Video mit ihrem Handy aufnimmt.
  • Im Moodle-Kurs stellt sie fest, dass ihre bisherigen Fähigkeiten ausreichen, um einen einfachen Kurs mit Struktur, Links und ev. einem Abgabeordner einzurichten.
  • Online-Kommunikation klappt in einer Lernplattform nicht mehr. Das hat sie in ihren Online-Weiterbildungen gemerkt. Online-Kommunikation muss mobil sein, wie bei Slack etwa.

Ende
3,5 min

Ob unsere Heldin ans Ziel kommt oder scheitert und wie die Geschichte ausgeht, erfahren wir im Schlussteil. Dieser beginnt nach 75 Prozent der Erzählzeit. Mit dem „Jab“ schließe ich meine Geschichte. Er vermittelt meine Botschaft und hinterlässt ein Gefühl beim Betrachter. Es kann auch eine Aufforderung sein, etwas Bestimmtes zu tun.

Jetzt hat die Lehrerin viel gelernt und einige Ideen gesammelt. Was sie genau machen wird, steht noch nicht fest. Zuerst nützt sie die restlichen Ferienwochen, damit sich das Ganze einmal setzt. Doch im Herbst da wird sie ganz bestimmt etwas ausprobieren. Vielleicht eine kleine Slack-Gruppe mit den SchülerInnen – und vielleicht richtet die erste Gruppe sogar eine Schülerin oder ein Schüler ein…

Jab ??

Weitere Infos:

Selbst online lernen erfahren, etwa an der Virtuellen Pädagogischen Hochschule http://www.virtuelle-ph.at/

  • in einem Online-Seminar (in Plattform, 2-4 wöchig) – „Neben Anregungen von KollegInnen aus ganz Österreich nehme ich aus den Online-Seminaren fixfertige Unterrichtssequenzen mit in meine Praxis“
  • in einer eLecture (wie Webinar, einstündiges Treffen in einem Raum, ein Experte oder eine Expertin, TeilnehmerInnen diskutieren meist per Chat)  – „Eine eLecture ist wie interaktives Fernsehen. Ohne Anfahrtswege kann ich an den Fachvorträgen teilnehmen. Meist abends und am liebsten vom Sofa aus!“
  • oder als coffeecup learning – Micro-Learning Angebot: (1) coffeecup Lernvideo zum jeweiligen Thema (2) coffeecup Skriptum mit den wichtigsten Inhalten der Einheit – coffeecup Quiz zur Selbstüberprüfungs – Themen: digitale professionelle Kompetenzen, digitale Materialien (inkl. rechtl. Aspekte), digitale Bilder

Virtuelle PH: Das E-Learning 1×1: Freie Lernressourcen | Einfach unterrichten mit E-Learning http://www.virtuelle-ph.at/oer/e-learning-1×1/

http://learningapps.org  – Lernbausteine finden oder selber  machen (Lizenzen nicht explizit angegeben)

Weiterbildungseite des ZML-Innovative Lernszenarien der FH JOANNEUM

http://zml.fh-joanneum.at/

16. E-Learning Tag an der FH JOANNEUM https://fh-joanneum.at/veranstaltung/16-e-learning-tag-an-der-fh-joanneum/

 

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