ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

Ein gruppendynamischer Fußabdruck

Posted on: April 8, 2016

Seit Jahren verwende ich die Footprints of emergence zur Reflexion meiner Lernerfahrungen. Die letzten sechs Tage verbrachte ich auf einem gruppendynamischen Seminar und ich erlebte eine recht heftige Lernerfahrung. Das gruppendynamische Setting – sich 40 Einheiten im Sesselkreis gegenübersitzen, in Austausch kommen, Beobachtungen und Gefühle teilen – hat mich stark gefordert. (siehe auch Peter Brügge: Ich lasse mich nicht auseinandernehmen, 1970).

gruppendynamik-april16

Ich glaube, seit meiner Teilnahme am Change11-MOOC war das meine heftigste Lernerfahrung. In allen vier Clustern gibt es Faktoren, denen ich Werte im Chaos (ganz außen) zugeordnet habe.

Cluster Offenheit/Struktur: Ich empfand die Weiterbildung als gefährlich (Risk), galt es doch, sich ehrlich und ungeschminkt mit anderen und mir selbst auseinanderzusetzen. Den entstandenen Lernraum empfand ich als grenzenlos (Lim), was anstrengend war! Die Faktoren Störung, Selbstkorrektur, Viele Lernwege (Dis, S/C, Mp) liegen hingegen im Bereich der sweet emergence, da das Setting recht starr vorgegeben war.

Cluster Interaktive Lernumgebung: Die Diversität der Menschen in der Gruppe, die Diversität ihrer Geschichten und Bedürfnisse (Div) war immer wieder einmal zuviel für mich. So stark mit anderen – im Netzwerk -zusammenzuarbeiten (FIN) war eine Grenzerfahrung für mich, ging es doch darum Vertrauen in die Gruppe (Trust) aufzubauen, auch zu mir selbst, und Persönlichkeiten – „Minds“ – zu begegnen, die anders sind, anders lernen (ToM).

Cluster Persönliche Entwicklung: Meine Bewertung der Faktoren hier ist sehr unterschiedlich. Einige Faktoren finden sich nahe der vorgeschriebenen Zone. Ich empfand, dass ich viele Möglichkeiten der Einflussnahme (OAff) hatte, obwohl ich wenig frei im Bereich der Selbstorganisation (SOrg), Autonomie (A), Verhandelbarkeit von Ergebnissen (NegO) war. Als sehr anstrengend und manchmal zuviel war für mich die Auseinandersetzung mit meiner Identität (ID).

Cluster Eigener Stil / Selbstpräsenz: Auch in diesem Cluster forderte mich das Netzwerk (Net). Kein reales Netzwerk, da ich meine Kontakte zur Außenwelt in diesen sechs Tagen minimierte, sondern mein inneres Netzwerk, wenn ich mittags bei wunderschönem Wetter meist alleine spazieren ging und im inneren Dialog mit den anderen TeilnehmerInnen oder sonstigen mir wichtigen Menschen war.

An diesem Footprint ist für mich meine stark unterschiedliche Bewertung der Faktoren im Cluster der Persönlichen Entwicklung neu. Ich „lernte wenig“ in Bezug auf Lernautonomie und war trotzdem in diesem Cluster sehr stark gefordert.

Diesen Footprint verwende ich auch in der ersten Woche meines Online-Kurses Fußabdrücke von Lernprozessen, der gestern begonnen hat.

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