ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

Emergenz digitaler Öffentlichkeiten – Stefan Münker

Posted on: März 7, 2014

Aufgrund meines Engagements im postgradualen Masterlehrgang Public Communication lese ich gerade Stefan Münkers Buch: Emergenz digitaler Öffentlichkeiten: Die Sozialen Medien im Web 2.0 (2009). Der Titel spricht mich sehr an, beschäftige ich mich ja seit mittlerweile mehr als eineinhalb Jahren mit emergent learning, indem ich versuche meine Online-Lernszenarien möglichst offen zu konzipieren, um „unerwartete“ Lernprozesse zu ermöglichen. Die Jahreszahl des Buchs gefällt mir ein bisschen weniger …. 2009 ist schon ziemlich lange her. Im Klappentext wird zwar von aktiven NutzerInnen, Blogs und Wikis gesprochen, neuere Trends, wie etwa die massive Produktion von Videos oder die „MOOCs“ (massive open online courses) kommen hingegen noch nicht vor.

Blättere ich weiter zum Inhaltsverzeichnis,  verspricht mit das kleine Surkamp-Bändchen eine tiefe Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Web2.0 in Form von Essays. Dass ich mir das Büchlein ausgeborgt habe, bringt noch eine weitere spannende Komponente mit sich: es ist mit vielen rosa, grünen und gelben Post-its bestückt. Werden mich dieselben Absätze  begeistern, wie meinen Vor-leser?

Vorwort:

Münker beginnt mir der Aussage, dass alle Medien sozial seien, auch nicht abgeschickte Briefe, nicht gelesene Zeitungen (S 9) , daher findet er den Begriff Soziale Medien eigentlich als redundant. Münker möchte dann die „Sozialen Medien“ trotzdem abgrenzen und definiert: „Soziale Medien“ entstehen im gemeinsamen Gebrauch (S 11), dies unterscheidet sie von anderen Medien. Die Idee des gemeinsamen Gebrauchs von Medien hatte bereits Bertolt Brecht in seiner Radiotheorie formuliert, in dem er die Vision vertrat, dass die Zuhörer Innen auch miteinander sprechen und sich so in Beziehungen zueinander setzen  können sollten.

Das Web2.0 setzt einige von Brechts Visionen um. In dem Buch werden dieser Prozess und seine Konsequenzen beleuchtet, insbesondere in Hinblick auf Wissenschaft und Wirtschaft sowie die fallenden Schranken zwischen Öffentlichem und Privatem. Münker wählt einen philosophischen Zugang, er fokussiert auf Begrifflichkeiten und Ideen und sieht unsere kulturelle Zukunft als eine digitale und vernetzte.

Münker Stefan(2009): Emergenz digitaler Öffentlichkeiten: Die Sozialen Medien im Web 2.0. Suhrkamp: Frankfurt am Main

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