ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

Klaus Posch: Lehrende und Studierende: Sind wir Freunde? Sind wir Feinde? Oder sind wir uns egal?

Posted on: November 19, 2013

Klaus meint zu Beginn: Viel über Lehre und Lernen wurde bereits gesagt: Freude, Spaß als wichtige Gefühle, Bedeutung der Person des Lehrenden, das Riskieren und Ausprobieren.

Er bringt die Fallvignete eines jungen Mannes, der mit niemandem kommunzierte. Ein halbes Jahr lang erzählte ihm Klaus 3x pro Woche Geschichten. Danach begann der Mann zu sprechen. Dies wurde durch das Wunder der Beziehung möglich.

In der Hochschuldidaktik sind die Methoden das eine, die Person das andere. Methoden und Person müssen in Zusammenhang sein. Eine Person bin ich durch meine Beziehungen. Lehre ist ein cooperatives Geschehen, wir Lernenden brauchen Selbstreflektive Kompetenz. Die Hochschuldiaktik sollte beziehungsorientiert sein!

Dazu gibt es viele Theorien: Wir lehren auch für den Frieden in der Welt, Bildung als Wachstum der Person, Bildung zum kritischen Menschen, Freiheit im Unterricht, Lernen in der Gruppe, Störanfälligkeit im Lernprozess, wir haben auch Traditionen zu vermitteln, sollen den Studierenden auch etwas erzählen, Lernen hat einen sozialen Hintergrund. => Lernen in der Hochschule ist ein sozialer Prozess.

Was heißt das konkret für unseren Alltag:

  • Persönlichkeit des Hochschullehrers, der Hochschullehrerin: wir sind individuell, trotzdem gibt es drei Typen: narzistische LehrerInnen (tolle Inhalte, Scham vor dem Scheitern), depressiver Typ (starkes Engagement für Beziehungen, guter Teamplayer, mangelnde Abgrenzung, leichte Prüfungen), hysterischer Tpy (spontan, unverbindlich, kein Felsen in der Brandung)
  • Studierendengruppe: Die Gruppe ist stärker als das Individuum, Lehrende haben auch Angst. Lehrende sind Gruppenleiter. Gruppen entwickeln sich, Lehrende werden anfangs idealisiert, dann Entidealisierung (Krise), danach braucht die Gruppe die Lehrenden nicht mehr. Wir erinnern uns an unsere Lehrenden, nicht an den Inhalt. Lehrende müssen über Gruppen Bescheid wissen und über ihre Rolle in der Gruppe. Wenn wir das nicht können, verlieren wir Souveränität. Fragen in der Gruppe: Wer gehört zu uns? Wer ist oben/unten? Wer ist mir nah, wer ist mir fern?
  • Sexualität an der Hochschule: Nach Freud: sexuelles Begehren ist normal. Jeder von uns will begehren und begehrt werden. Beziehungen wischen Lehrenden und Studierenden sind Beziehungen zwischen Erwachsenen. Alle sexuelle Beziehungen haben infantile Anteile. Es gibt glückliche und schreckliche sexuelle Beziehungen zwischen Lehrenden und Studierenden.

Was bedeutet (Relationale) Beziehungs-Hochschuldidaktik?

Für die Studierenden: Flexible Bindungslosigkeit, pragmatische Anpassung (sie sind selbst verantwortlich für ihr Glück, das macht Druck), Sprachfähigkeit und Fähigkeit zuzuhören gehen zurück, Muttersprache wird zu wenig gepflegt. Berufsnahe Ausbildung

Für Lehrende: Hierarchisierung der Hochschule stört Beziehung. Effizienzorientierung nimmt die Möglichkeit zu kommunizieren, etwas auszuprobieren.

Ein Fazit (von 4):

Man kann nicht nicht kommunizieren – man kann nicht kommunizieren ohne mit den anderen in Beziehung zu treten.

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