ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

Was bieten xMOOCs? – im ZML-Leseclub

Posted on: Mai 21, 2013

Diesem Thema stellten sich Erika, Natasa und ich im letzten ZML-Leseclub. Zwei von uns suchten sich jeweils ein xMOOC aus, um endlich aus Sicht der eigenen Teilnahme darüber „schimpfen“ zu können. Da wir ja eher dem konnektivistischen Lager um George Siemens und Stephen Downes zuzurechnen sind, stehen wir dem xMOOC Phänomen eher kritisch gegenüber.

Wie immer stellt der folgende Beitrag meine Erinnerung an unsere Diskussion dar.

Datenmanagement mit SQL

Rahmen: Erika meldete sich bei dem Kurs Datenmanagement mit SQL an, einem  MOOC des Hasso Plattner Instituts, durchgeführt von Felix Naumann. 5600 LernerInnen nehmen an dem MOOC teil. Erikas Reflexionen dieses Kurses finden sich auf ihrem Blog Virtuelle Fundstücke, in der Kategorie Datenmanagement mit SQL. Nach zwei Wochen beendete sie ihre Teilnahme.

Inhalte und Leistungsüberprüfung: Im Gespräch beschreibt Erika die Kursplattform als monoton. Inhalten, die in Videos aufbereitet sind, folgen Selbsttests und dann die wöchentliche Prüfung. Die Videos sind zu viele und zu wenig abwechslungsreich. Nach der ersten Woche wusste sie was in allen weiteren Wochen auf sie zukommen würde. Die Prüfung der ersten Woche war sehr herausfordernd, viele TeilnehmerInnen, auch Erika, schafften diese nicht. Die Prüfung der zweiten Woche war für Erika leichter und sie bestand.

Gruppe: Erika empfand sich in diesem Kurs auf sich selbst zurückgeworfen, es gab keine Community von Lernenden, die sie unterstützten. In den Foren tauschten sich die „Freaks“ zu Themen aus, die für „normale“ KursteilnehmerInnen unverständlich waren. In der „Österreichgruppe“ gab es auf Erikas emphatische Willkommensnachricht keine Antwort.

Diskussion: Am erstaunlichsten war für mich, dass Erika auf Nachfrage einiges an Know How zum Thema Datenbankmanagement erworben hatte. Inhaltlich hat sie in den ersten Wochen viel gelernt und neue Einblicke erhalten, und sie traut sich auch zu den Kurs zu bestehen. D.h. in Bezug auf das Thema war Erika in ihrem Lernprozess erfolgreich, würde ich sagen. Nichtsdestotrotz hat sie für sich selbst festgestellt, dass sie unter den im Kurs gebotenen Bedingungen nicht weiter lernen möchte. Warum das so ist, habe ich auch nach einigem Nachfragen nicht wirklich verstanden. Wollte Erika in dem Kurs etwas anderes als Datenbankmanagement verstehen? Hatte sie nach zwei Wochen ausreichend zum Datenbankmanagement gelernt, sodass sie nicht mehr weiter machen wollte? War sie so enttäuscht vom nicht existierenden sozialen Austausch im Kurs, dass sie auch der Inhalt nicht mehr existierte?

Crash Course on Creativity

Ich meldete mich beim Crash Course on Creativity der Stanford-University unter Leitung von Tina Seelig an. Die Beobachtungen meiner Teilnahme finden sich in diesem Blog unter dem Tag #xcc13. Derzeit bin ich in Woche des xMOOC (Laufzeit: 6 Wochen) –  mit 22.000 anderen LernerInnen.

Inhalte und Leistungsüberprüfung: Ich bin von der Plattform, die in diesem MOOC benützt wird, sehr begeistert – sie heißt Novoed und gibt vielleicht Einblick in die nächste Generation von Lernplattformen (?). Die Plattform macht Kooperation und Collaboration ganz einfach, Forumsbeiträge können bewertet werden, Abgaben geliked werden (ich werde in einem späteren Beitrag näher auf die Plattform eingehen). Die Inhalte selbst sind ein kurzes Video von Tina, ein bisschen Text aus einem ihrer Bücher und ein paar weiterführende Links. Pro Woche muss vor Deadline eine Arbeit abgegeben werden. In Woche 1 und 2 waren das Einzelarbeiten, in Woche 3 und 4 handelte es sich um eine Teamarbeit, abgegeben vom Teamleader unserer Gruppe „Serendipity“.

Gruppe: Meine Befürchtungen zu einem xMOOC wurden gar nicht erfüllt und ich denke jetzt, dass der „Crash Course zu Creativity“ vielleicht gar kein „richtiges xMOOX“ ist. Es gibt sehr viel Austausch innerhalb der Gruppe, einmal im Rahmen des Teams „Serendipity“, doch auch mit anderen Teams (etwa beim Besichtigen eventuell auch Bewerten ihrer Abgaben), mit anderen Lernenden (über das Profil) oder im Diskussionsforum. Im Kurs selbst gibt es einige Foren, das meist genützte mit dem Namen „Assignments“ hat 1468 Threads (im Moment) und über 10.000 Posts.

Ich bin beim Lernen nicht allein sondern sehr gut unterstützt und erhalte ein buntes Bild an Einblicken in die Lernwelten der anderen. Dieser Austausch über Landes- und Kontinente-Grenzen hinweg ist atemberaubend … und es könnte sein, dass ich auch ein bisschen kreativer werde.

Diskussion: Wir diskutierten die Unterschiede zwischen diesen beiden MOOCs und was wichtig ist, um Lernende zu motivieren weiterzulernen. Offen ist, in welche Richtung die Entwicklung der MOOCs gehen wird. Das und ein paar Artikel der Special Edition MOOCs and Beyond der  eLearning Papers werden Thema des nächsten ZML-Leseclubs sein.

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