ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

#MMC13 -9 Notizen zur Live-Session mit Joachim Wedekind

Posted on: Januar 25, 2013

Dörte Giebel: Joachim Wedekind, Wissenschaftler und Mediendidaktiker ( Blog ,Twitter: @jowede) war heute Online-Gast im MMC13 zum Wochenthema Didaktik.

Zum Wochenthema: MOOC-Didaktik

Joachim Wedekind: (Lern)PsychologInnen beschäftigen sich mit Lernen, Didaktik beschäftigt sich mit der Lehre, im MOOC gibt es keine Lehrenden, sondern GastgeberInnen.

Zwischenfazit: man braucht keine MOOC Didaktik

Aber beim MOOC bieten bestimmte Personen bestimmte Inhalte in bestimmten Settings an und verfolgen auch eigene Ziele damit – insofern ist ein MOOC eine Form der Lehre. Deshalb kann die Didaktik durchaus Hilfe für ein MOOC bieten, etwa die Hochschuldidaktik, Weiterbildungsdidaktik, Fernlehrdidaktik, Fachdidaktik, …

Heute gibt es neue Rahmenbedingungen für Lernprozesse, neue Werkzeuge, neue Rollen, neue Konzepte, neue Methoden – aber man kann auch durchaus auf Bewährtes zurückgreifen.

Über MOOcs

Dörte Giebel: Was ist neu an einem MOOC, was braucht es für MOOCs?

Joachim Wedekind: xMOOCs sind ein Vorlesungsersatz, cMOOCs die Analogie zu einem Seminar, einer Projektarbeit, bMOOC sind Blended MOOCs, sMMOCs – Small MOOCs entsprechen eher einer Gruppenarbeit.

Das M – massive – ist nicht so wichtig. Durch Social Media ist das Feld der Personen, mit denen man sich austauschen kann, sehr gestiegen. Open meint, dass es keine Eingangshürden gibt, dass MOOCs offen und kostenlos sind (derzeit). Doch ist das das wichtigste Merkmal? Online ist es auf jeden Fall. Meint  C Course, Community?

Faszinierend anMOOCs ist, dass man keinen institutionellen Hintergrund mehr braucht, um ein MOOC anzubieten. Es ist heute fast soweit, das Studierende bei den besten Unis studieren können.

Mit einander in Beziehung treten

Dörte Giebel: Es ist eine große Herausforderung in einem MOOC mit anderen in Beziehungen zu treten. Als GastgeberInnen möchten wir einen Rahmen schaffen, wo das leicht fällt, wo es verschiedene Anknüpfungspunkten für die TeilnehmerInnen gibt.

Peer-to-Peer: wir machen MOOC als Privatinitiative, ohne Finanzierung und Support, ein echtes Peer-to-Peer Engagement

Nebenstränge im MOOC

Joachim Wedekind: Heute gibt es keine große Unterscheidung zwischen Didaktik und Methoden. Es gibt Stolpersteine für Lernende und Lehrende in solchen freien Formen, etwa die große Zahl an Teilnehmenden.

Bei cMMOCs definieren die Lernenden die Lernziele für sich selbst. Dies hat zur  Folge, dass das MOOC inhaltlich zerfasert. Es entstehen eigene, unabhängige Stränge. Für den Gesamtkurs (seine subjektive Erfahrung) – keine Meta-Analyse über MOOCs – ist das frustrierend, besonders wenn man später entdeckt, da läuft etwas außerhalb meiner eigenen Wahrnehmung. Gegenstrategie: Zusammenfassungen, um zu verdichten. Mühe für OrganisatorInnen

Struktur versus Offenheit

Joachim Wedekind: Gewisse Strukturierungselemente können Hilfe sein für bequeme TeilnehmerInnen, das ist kein Gegensatz zur Offenheit, man würgt die anderen Prozesse dadurch nicht ab. Wen das stört, der/die soll die Strukturierungselemente ignorieren.

Gast Peter Ader:  Man kann nichts machen ohne Didaktik. Es braucht von Seiten  der VeranstalterInnen und der TeilnehmerInnen Didaktik. Auch beim Barcamp gibt es didaktische Methoden. Das sollte es doch für cMOOCs auch geben.

Joachim Wedekind: Von den OrganisatorInnen kann die Anregung ausgehen in Untergruppen über Themenstellungen Überlegungen zusammenzutragen und das Ergebnis in die Großgruppe zu bringen. Das klappt, wenn die Leute aktiv sind. In ganz großen MOOCs sind nur ganz wenige aktiv, von den anderen kommt keine Rückmeldung.

Aufgabe von den Organisatoren: im Vorfeld überlegen, wie man dieses Zusammenfließen vorbereiten kann. Wichtig sind ein paar zentrale Kanäle, dann alles immer wieder in diese Kanäle zurückzuführen. Im opco12 waren das Zusammenfassungen und der Blog-Aggregator.

In einem xMOOC mit TeilnehmerInnenschränkung auf  2000 gibt es themenbezogene Foren des Lehrenden und der Lernenden als Unterthemen des Wochenthemas. In einer Plattform, nicht offen. Rege inhaltsbezogene Diskussionen.

Überblick / Vollständigkeit / Überforderung

Dörte Giebel: Blog oder Forum, was sind Vorteile / Nachteile?

Joachim Wedekind: Das kann man für MOOCs nicht allgemein beantworten, Hängt vom Typ des MOOC ab, bei xMOOC passen Foren, bei cMOOCs passen Blogs und Blog-Aggregatoren. Ich habe einen Vollständigkeitswahn – möchte alle Diskussionen verfolgen …

Beim Blended MOOC ist das wieder anders, mit Vorort-Aktivitäten und schriftlichen Produkten, die dann wieder online einfließen.

Es gibt keine allgemeinen Antworten sondern wir müssen experimentieren und dokumentieren.

Heinz Wittenbrink: Wort „massiv“ – auch bei weniger als 150 TeilnehmerInnen kann man nicht alles verfolgen. Es ergeben sich Serendipity-Effekte.

Joachim Wedekind: Es ist nicht möglich den Überblick zu behalten, es ist vielleicht auch nicht nötig. Im CCK08 fühlte ich mich verloren, und von den Organisatoren gab es ganz bewusst keine Unterstützung. Siemens / Downes: Kurse produzieren Artefakte, die nachher noch nützlich wären – das hat dort nicht so geklappt. Wäre allerdings nötig. Bedarf: Kurs dokumentieren, Online Events speichern, Blog-Aggregator, WIKI.

Bin gespannt ob WIKI-Versuch im MMC13 klappen wird.

Heinz Wittenbrink: Wir bemühen uns alles zu speichern, wollen WIKI eher normativ verwenden.

Gast Peter Addor: Dokumentieren, zusammenfassen, das braucht alles didaktische Fähigkeiten, wie dokumentiert man so etwas? Das muss man in eine Form bringen, das braucht didaktisches Geschick.

Dörte Giebel:  In einem Kurs zieht jeder selbst etwas für sich heraus. Wir haben einen hohen Anspruch der Ergebnissicherung in diesem MOOC. Wir wollen auch Produktionsstätte sein – deutschsprachiges Material zum Thema MOOC,

Aus Twitter: ist Überforderung erzeugen auch ein didaktisches Konzept?

Dörte Giebel: Ja! Feedback ist das Schlüsselelement für Lernen, das ist bei Hunderten von Beiträgen überfordernd.

Joachim Wedekind: MOOC insgesamt ist ein Hype (auch von viel Geld in den USA unterstützt), allerdings nur bestimmte MOOCs. Aber es gibt bisher keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die MOOCs aufarbeiten, um ein Erfahrungswissen auf Meta-Ebene zu vermitteln. Bisher eher konzeptionelle theoretische Ebene, doch bisher noch keine Folgerungen aus diesen MOOC-Daten. Wir sind dabei die Daten aus deutschen MOOCs auszuwerten.

Monika E. König: 23 schauen noch zu, früher waren es 45-50.

Pragmatismus & Konnektivismus

Dörte Giebel: Was wir tun ist sehr pragmatisch, „Durchdeklinieren“, Kursdesign ist sehr viel Pragmatismus.

Joachim Wedekind: Konnektivismus ist ein Modell der partizipativen Organisation des Lernens, wie man in einer Community gemeinsam lernen kann. Ist (noch) keine Lerntheorie. Siemens: Lernen ist selbstorganisierter Prozess in Netzwerken, Vermittlungsdidaktik ist nicht möglich und nicht nötig. Noch keine Untersuchung von PsychologInnen.

Aktivitäten im MMC13: WIKI, Matrix – es fehlt, dass die Erfahrungen der Leute mit WIKI, Matrix dokumentiert werden, wie sie mit Tools / Zerfaserung umgegangen sind.

Dörte Giebel: Google Docs- sammelt Erfahrungsberichte der Teilnehmerinnen

Abschluss

Monika E. König: Sonntagstalk mit Cornelia Picht und Yvonne Stragies – Didaktik Special 21:00

Heinz Wittenbrink:  Wir lernen selbst sehr viel. Manche Tools erst gefunden, als Kurs bereits fast begonnen hat. Haben auch mit den Hangouts gerade begonnen.

Dörte Giebel:  Die Idee für den MOOC wurde sehr kurz vorher begonnen. Anspruch: sehr transparent zu sein, abends Ideen diskutieren, in der Früh ausprobieren. MOOC ist experimenteller als es wirkt.

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3 Antworten to "#MMC13 -9 Notizen zur Live-Session mit Joachim Wedekind"

[…] gestrigen Hangout zu „Brauchen wir eine MOOC-Didaktik?“ (sehr gute Zusammenfassung hier) wurde z.B. diskutiert, wie viel Strukturierung (Kontrolle, externe Motivation, Vorgabe) ein MOOC […]

[…] treffende Zusammenfassung der Live-Session hat Jutta Pauschenwein unmittelbar nach der Veranstaltung […]

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