ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

#MMC13 -7 Reflexion der ersten Woche

Posted on: Januar 22, 2013

Vor Beginn des MMC13

Eigentlich fing für mich das MMC13 schon viel früher an. Bereits vor Weihnachten gab es einiges an Aktivitäten rund um MMC13, die TeilnehmerInnenliste füllte sich, ich besuchte einige Blogs, und es gab erste interessante Diskussionen, etwa zum Thema: Wie wir uns anreden sollten. Ich votierte für ein freundschaftliches „Du“, weil in meinen reinen Online-Kursen im passwortgeschützten virtuellen Raum die TeilnehmerInnen sich fast ausschließlich für ein „Du“ entscheiden und der Lernraum dadurch freundlicher wird. Im MMC13 stelle ich jedoch fest, dass es nicht ganz leicht für mich ist, ein „Du“ zu verwenden, in meinen Blogposts.

Als Teilnehmerin von zwei cMOOCs bei George Siemens und Kollegen (Change11 und Openess in Education 12) war ich von diesen vielen Aktivitäten vor dem eigentlichen Beginn des MOOC überrascht und fragte mich, ob dieser Spannungsbogen gehalten werden kann (… er konnte😉 ).

Die Woche 1

Als Organisatorin und Moderatorin von Online-Trainings war ich beeindruckt, wie systematisch Dörte und ihr Team das MMC13 vorbereiteten, da gab es Vorschläge, welchen Artikel das Wort „MOOC“ hätte (ich glaube, ich verwende den falschen), eine Empfehlung zum „Personal Learning Environment“, eine Vorstellung der möglichen Rollen der Teilnahme, ein ganz genaues Programm, und und und … In meinen Trainingskursen versuche ich auch die Rahmenbedingungen möglichst klar darzulegen, da kann ich von Dörte einiges lernen.

Als Teilnehmerin waren mir diese ganzen Postings zu viel. Fast fragte ich mich, wie ich es geschafft habe am Change11 teilzunehmen, da gab es jeweils einen Absatz zu den facilitators, einen Wochenplan mit Lücken und die Beschreibungen der konnektivistischen Herangehensweise aggregate – remix – repurpose – feed forward – und das war’s.

Beim MMC13 empfinde ich, dass diese vielen Postings und Vorschläge mich behindern, frei herum zu surfen, wie ich es von den bisherigen MOOCs gewohnt war. Mir scheint, dass ich viel mehr von Dörte und Team gesteuert bin, als ich es jemals von George Siemens und Team war.  Und es braucht Energie sich diesem Service zu entziehen  – es ist ja bequem, die Zusammenfassungen der wichtigsten Posts auf der MCC13 Seite zu lesen, statt sich Blog für Blog durchzuklicken.

Auch die Hall of Fame geht für mich in diese Richtung. Wenn ich einen spannenden Beitrag in einem Blog lese (und Zeit habe), kommentiere ich, verknüpfe ich ihn mit meiner Erfahrung. Die Hall of Fame zieht meinen Kommentar auf die MMC13 Seite und bewirkt keine Diskussion.

Mein Fazit der 1. Woche

Alles in allem bin ich begeistert und hingerissen, was in diesem MOOC alles läuft und ich möchte dem GastgeberInnenteam meinen großen Respekt kundtun, was sie geschafft haben und wie viele Lernende sie für das MMC13 begeistern konnten. Meine kritischen Anmerkungen haben viel mit meiner Person, meinen Präferenzen und Abneigungen zu tun – und ich freue mich darauf, wenn meine Meinung kritisch beleuchtet wird. Ich weiß, dass viele Lernende ganz andere Vorlieben beim Lernen haben als ich!

9 Antworten to "#MMC13 -7 Reflexion der ersten Woche"

Liebe Jutta,

danke vor allem dafür, dass du diesen MOOC und die Funktion von „Dörtes Team“ tatsächlich krititisch analysierst. Ich habe mich in den letzten Tagen auch gefragt, ob man durch die Organisation den Kurs nicht zu stark zentralisiert. Andererseits habe ich den Eindruck, dass die Teilnehmer so aktiviert werden – jedenfalls bin ich davon überrascht, wie viel sich viele engagieren. Ich habe das nicht ansatzweise erwartet, und das ist zu einem ganz großen Teil das Verdienst von Dörte und Moni, deren Haltung sich überträgt.

Vermutlich muss man als Orgateam deutlich machen, dass die eigenen Aktivitäten exemplarisch sind, also dass andere genau dasselbe (Aufgaben formulieren, Hangouts veranstalten usw. auch machen können.)

Ich denke weiter darüber nach und freu mich auf deine kritischen Reflexionen!

Herzlich

Heinz

Lieber Heinz!

Das ist eben das Dilemma der ModeratorInnen oder wie immer man diese Rolle nennen möchte. Lösung weiß ich keine – ich experimentiere, bemühe mich, meine virtuellen Gruppen wachsen zu lassen, bin traurig, wenn ohne meine Energie und Motivation wenig passiert.

Ciao, Jutta

Liebe Jutta, deine Wahrnehmung der „Moderation“ finde ich sehr spannend. In meinem Empfinden macht das diesen MOOC zu einem nicht-MOOC. Hm, dafür müsste es allerdings irgendwo in der / einer / meiner MOOC-Definition noch sowas wie „unmoderiert“ geben…

Als es im OPCO12 diese wunderbaren Zusammenfassungen gab – die ich mir im OPCO11 sehr gewünscht hatte… – war ich eigentlich raus aus dem zeitnahen Miteinander. Ich war nicht mehr von der Angst getrieben, was Wichtiges zu verpassen (was natürlich Unsinn ist – ich habe ja eine von anderen getroffene Auswahl bekommen).

Hier im MMC13 sehe ich deutliche „Teambuilding-Ambitionen“, MOOC-Kultur-Gestaltungswillen und aktives „Antreiben“ durch die Gastgeber/innen. Das ist m.E. zum einen ein wesentlicher Erfolgsfaktor – zum anderen irgendwie „un-MOOC-ig“. Es ist nicht so richtig offen, weil da jemand die Fäden und Leute immer wieder zusammenzubringen versucht. Aber genau das finde ich für ein effektives inhaltliches Miteinander sehr hilfreich… Ich komm nicht raus aus der „Let’s MOOC – Don’t MOOC Nummer“…

Liebe Grüße, Jasmin

Liebe Jasmin,

zwar habe ich Dir bereits hier geantwortet, in der Straßenbahn, mobil, dich irgendwie ist meine Antwort verschwunden!
Vielleicht sind wir hier in diesem MOOC ja dabei dieses Angebot weiterzuentwickeln! Mich haben die Dropouts der anderen im Change11 MOOC ja auch gestört und ich dachte, da sollte man etwas anders machen.

Liebe Grüße, Jutta

Liebe Jutta, liebe Jasmin, Ihr habt das auf den Punkt gebracht, was mich unterschwellig beschäftigte: auf der einen Seite die eigenen Aktivitäten, stets nah an aktuellen Postings zu bleiben, auf der anderen die Gewissheit: Heinz wird’s schon aggregieren, ich kann mich zurücklehnen. Derzeit noch ein Spagat für mich.
Aus Sicht „Lernbegleitung“, mit der ich mich auch intensiv beschäftigt habe, sind meine eigenen und Eure Wahrnehmungen hilfreiche Aspekte.

Liebe Trude,

ich experimentiere gerade mit einem offenen Kurs, indem ich versuche Gilly Salmon’s Online Sozialisierungsphase dem offenen Austausch vorzuschalten. Noch weiß ich nicht, wie es klappen wird.

Liebe Grüße, Jutta

Erst mal viel Erfolg dazu, liebe Jutta, und ich denke, dass es bei jedem „Kurs“ gilt, gemäß der Teilnehmendengruppe auszutarieren. Es gibt nach meinen Erfahrungen auch in recht offenen Lerngruppen noch sehr viele, die nach „Vorgaben“ bis hin zu „Wann sagt ihr denn, was ich machen soll“ suchen. Ich erlebe das als sehr spannend und auch als Potenzial, erweiterte Wege zu beschreiten.
Lieber Gruß Ellen

Ein sehr interessanter Hinweis. Bildet sich vielleicht hier ein xcMOOC? Ich als Neu-MOOCer nehme diese Hilfestellungen durch „Dörte und ihr Team“ gerne an. Vielleicht muss man bei dem abhalten eines MOOCs doch auch das Profil der Lerner im Blick haben?

Viele Grüße
Sperling

Lieber Sperling,

mein Problem bei dem „Lerner“ oder die „Lernerin“ im Blick haben ist, dass ich selbst ziemlich überzeugt bin, dass „tiefes“ Lernen erst stattfindet, wenn die LernerInnen selbst arbeiten, in ihrem eigenen Tempo, ihrer eigenen Ordnung (!) und an Themen, die sie interessieren.

Mit dieser Werthaltung komme ich immer wieder einmal in Konflikt mit meinen Studierenden (die eben wissen wollen, wie es geht und was sie machen sollen und in welchen Schritten, uffa!). Und am meisten plage ich mich da mit meinem Sohn, der nach 9 Jahren Alternativschulen in einer technischen höheren Schule gelandet ist, die gänzlich anders funktioniert – und wo er mit meinem Ansatz kein Jahr bestehen würde …

In meinen Online-Trainingskursen klappt der Ansatz hingegen gut. Die meisten der TeilnehmerInnen meiner Kurse akzeptieren den Ansatz (der auch beinhaltet, dass alle Expertise haben, die in den Kurs eingebracht werden können, und dass Zusammenarbeit ebenfalls ein tieferes Lernen fördert). Die Personen, die mit diesem didaktischen Modell nichts anfangen können, brechen in der ersten Woche ab. Und da ich mittlerweile ca. den 40-ten Kurs moderiere (den die TeilnehmerInnen üblicherweise bezahlen), und die TeilnehmerInnen bei Kursende in ihren Reflexionen meinen, dass die viel gelernt haben, bestätigt mich das in meiner Herangehensweise…

Schönen Samstag, jupidu

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