ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

#MMC13 -6 Die Kunst synchroner Events

Posted on: Januar 19, 2013

Ich mag ja synchrone Online-Events nicht besonders – weil ich kein auditiver Typ bin und auch Videobild Zuhören nicht sehr spannend finde, weil ich zeitlich gebunden bin, weil meiner Erfahrung nach in Online-Kursen nach einem synchronen Event (auch nach einem f2f Workshop) der asynchrone Austausch nur sehr schleppend wieder startet.

Da synchrone Events jedoch in einem Training nützlich sind, weil ExpertInnen leicht eingebunden werden können, weil es Abwechslung bringt, weil die TeilnehmerInnen es lieben, setze ich sie immer wieder ein. In den nächsten Wochen bin ich in über 20 dieser Events involviert, als Teilnehmerin, als Moderatorin, als Trainerin. Dabei werden großteils Google+ Hangouts verwendet, jedoch auch Mumble und Desktop Sharing (in Anbindung an unsere Lernplattform Moodle, weil so Online-Lehre bei uns stattfindet) sowie die Smart Video Conference der Firma Visocon.

Gerne möchte ich meine Reflexion des Einsatzes von Google+ Hangouts mit Euch teilen – den MMC13-TeilnehmerInnen und den TeilnehmerInnen meines Trainingskurses zu Synchrone Werkzeuge, mit denen ich gestern in einem f2f Workshop die oben genannten drei Werkzeuge exzessiv getestet habe. Ich freue mich auf ergänzende Kommentare und Eure Sicht.

Meine Wahrnehmung, Ideen, Wünsche:

  • Ich habe an dem synchronen Event des #MMC13 per Videokanal teilgenommen und es wäre fein gewesen, wenn zu den Gesichtern im Hangout auch die Namen der Anwesenden sichtbar gewesen wären. Ich vermute, dass sich alle aktiven TeilnehmerInnen des Google+ Hangouts persönlich kennen – und daher wissen, wer gerade spricht – für viele ZuseherInnen ist das nicht der Fall. Vielleicht ist es ja möglich, zum Life Canal die Namen der Personen im Hangout als Kommentar dazuzuschreiben? 
  • Es gab immer wieder Störungen im Audio- und Videokanal. Man hörte TeilnehmerInnen tippen (teilweise sehr laut) oder sonstige Hintergrundgeräusche. Da Google+ Hangout die Person, die Audio-Daten erzeugt, in die Mitte des  Bildes gibt, poppten immer wieder Personen prominent auf, die nur ein Nebengeräusch erzeugt hatten. Hier frage ich mich, ob man die TeilnehmerInnen des Hangouts dazu bringen kann, ihr Micro zu „muten“, während sie nicht dran sind?
  • Bei dem Workshop an unserer Hochschule – 6 Personen im Wlan, eine Person online – startete Google+ Hangouts immer wieder gar nicht. Man klickt auf Hangout Starten, es öffnet sich ein Fenster, und dann passiert nichts – auch wenn vor einiger Zeit der Start eines Hangouts problemlos geklappt hat. Unser Workaround war,  die Online-TeilnehmerInnen zu bitten den Hangout zu starte, denn am Hangout teilzunehmen war möglich, auch wenn man es nicht starten kann. Meine Vermutung ist, dass die Organisation von synchronen Events problemloser abläuft, wenn ich das von zu Hause aus mache – und nicht von einem Hochschul – oder Firmennetz abhängig bin. D.h. als Moderatorin zukünftiger Events brauche ich ein Team, damit falls ich den Hangout nicht starten kann, eine andere Person einspringt.
  • Google+ Hangout war gestern für uns nicht zuverlässig. Ich testete mit einer Teilnehmerin vorab das Hangout und es klappte wunderbar. Während des Workshops nahm sie online teil und ich lud sie in einen Hangout ein, damit auch sie in die Begrüßungsrunde eingebunden ist. Allerdings weigerte sich mein Laptop das Videobild zu zeigen (das war cool, weil ja die f2f TeilnehmerInnen sich abwechselnd an meinen Laptop setzen sollten, damit die Online-Teilnehmerin ihr Videobild sieht) – und sie hatte keinen Sound (das bekam sie im Lauf des Tages in den Griff, war jedoch mühsam).
  • Noch eine Bemerkung zum Videobild – mir gefällt es besser, wenn das Gesicht des oder der Sprechenden nicht das ganze Fenster ausfüllt, sondern ich auch ein bisschen Hals, Schultern, Hintergrund über dem Kopf sehe. Mir ist so ein großes Gesicht ein bisschen unangenehm, ich habe das Gefühl, dass die Sprechende mir zu „nahe“ ist.
  • Schwierig und eine große Herausforderung finde ich den Start des Hangouts inklusive Übertragung. Da möchte ich noch Erfahrungen sammeln, um dann  eine Empfehlung aussprechen zu können.
  • Als letztes beschäftigt mich der „informelle“ Ton unter den ModeratorInnen und Experten. Es ist irgendwie nett zu merken, dass die sich alle kennen und manche auch miteinander befreundet sind, doch ist es auch professionell, im Expert Talk informelle „Geplänkel“ einzubauen? Ich bin mir da selbst nicht klar – einerseits wünsche ich mir so ein Gespräch ganz „professionell“ und klar und objektiv und ernst ….. andererseits lockert dieses „Geplänkel“ ja auf, zeigt positive Emotionen. Ich bin neugierig, was ich zu diesem Punkt nach dem MCC13 meine.

Wie habt Ihr das gestrige Online-Event gefunden? Welchen meiner Punkte stimmt Ihr zu, wo möchtet Ihr widersprechen?

4 Antworten to "#MMC13 -6 Die Kunst synchroner Events"

Liebe Jutta, danke für die vielen Anmerkungen. Das meiste kann ich unterschreiben. Ob Hangouts wirklich so unzuverlässig sind? Ich bin nicht sicher. Vielleicht braucht man nur mehr Routine darin, sie zu starten. Andererseits hatten wir gestern auch das Problem, das die Verbindung zu einem Teilnehmer (Martin Lindner) beim Test zwei Stunden vorher sehr gut war, und man ihn dann beim on Air nicht verstehen konnte. – Manche deiner Bemerkungen gehen in dieselbe Richtung wie die von Horst Sievert. Beim #mmc13 möchte ich das umsetzen, und an der FH können wir es ja auch zusammen versuchen🙂

betr. der technischen störungen schlage ich vor, einen check UNMITTELBAR VOR dem event zu machen, hat sich bei mir sehr bewährt, also mind. 20 min. einkalkulieren.-

den informellen ton habe ich sehr geschätzt, erinnerte mich an piratentalks, es lockert, wie du sagst, sehr auf und das menschliche, was da rüber kommt, entspannt mich und macht mich für die hard facts aufnahmefähiger. voraus gesetzt, es ist gut moderiert, und das wars, kompliment !!!
im zusammenhang damit kommt mir der tweet von Heinz in den sinn, wir seien noch gruppe und noch kein netzwerk. mich beschäftigt u.a. die frage, welche rolle die personenbezogenheit und gruppendynamik (?) in moocs hat.–>offene frage🙂

Hallo Jutta,
wähle hier auch mal die informelle Variante des Du😉
Finde vor allem die ersten Punkte zum Hangout sehr wichtig. Sowohl das Tastengeklimper als auch der schnelle Wechsel der Bilder war gewöhnungsbedürftig (…aber nein daran will ich mich nicht gewöhnen)😉

Bei deinem letzten Punkt, der informelle Ton, muss ich sagen, dass ich das sehr sehr gut finde und es aus meiner Sicht genug Situationen gibt, wo es steifernst zur Sache geht. Diese lockere, spaßige Art finde ich toll und steckt an und macht mir folglich auch wieder sehr viel Spaß.
Ging es dir da nicht auch ein bisschen so ;-)?
lieben Gruß
Thomas

Lieber Heinz – bezüglich Unzuverlässigkeit: da glaube ich auch, dass Erfahrungen und oft Üben hilft. Und je öfter ich übe, desto mehr „Workarounds“ fallen mir ein🙂

Hallo Jutta – Check vorher.. ich liebe sie auch, doch bei dem Google Hangout bin ich ja ganz offen sichtbar, und wenn das Ganze dann auch noch on Air geht… Da gibt es so ein cooles Video in Youtube von mir, als ich vor 4 Tagen im Hangout on Air vergeblich auf Heinz gewartet habe…😉

Hallo Thomas – den informellen Ton mag ich normalerweise auch total gerne, diesmal hat er mich überraschenderweise ein bisschen gestört. Vielleicht weil ich unsere kommenden Hangouts im Kopf habe, die „ultra professionell“ sein sollen. Und mir ist schon klar, dass meine Vorstellung von Professionalität, die hier zum Tragen kommt, zu hinterfragen ist!

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