ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

E-Books – ja oder nein?

Posted on: Dezember 4, 2012

Meine Notizen der Podiumsdiskussion mit Klaus Bahmann (Springer Verlag), Frank Kappe (Technische Universität Graz) Rudolf Mumenthaler (HTW Chur), Michael Lanzinger (Johannes Kepler Universität Linz) bei der iUNIG Fachtagung zu E-Books, 29.11.2012

Einleitung

Bahmann: Springer Verlag ist Wissenschaftsverlag, Geschäft in Richtung ist von elektronischen Medien geprägt. Fachinformation als E-Book ist die Zukunft.

Kappe: TU Graz, Informationssysteme, E-Books sind die Zukunft

Mumenthaler: persönlich nutze ich sowohl E-Books als auch herkömmliche Bücher

Lanzinger: Johannes Kepler Uni, Juristischer Bereich, Content Produktion

 

Problematik: bei E-Books gibt es keine Standards.

Kappe: bei neuem Medium kopiert man Geschäftsmodelle, die man kennt. Web1.0 war auch nicht interaktiv. Bitte um etwas Geduld mit den E-Books.

Lanzinger: ich habe mehrere Endgeräte, das ist nicht Einschränkung sondern Erweiterung. Klassische Bücher werden bestehen bleiben, Buchdruck hat Handschrift auch nicht ausgerottet.

Mumenthaler: alte Geschäftsmodelle zu verwenden gibt Sicherheit

Bahmann: E-Book 1.0 derzeit

Flatrate bei E-Books (Angebot von Amazon) – Bibliotheken sehen Bedrohung, werden Bibliotheken als Literaturversorger überflüssig?

Bahmann: Kommunen nehmen bei öffentlichen Bibliotheken Einsparungen vor, NutzerInnen müssen nicht mehr zur Bibliothek gehen. Auf der wissenschaftlichen Ebene muss gefiltert werden, über Bibliotheke oder Verlage

Mumenthaler: neue Aufgaben kommen auf öffentliche Bibliotheken zu

Lanzinger: verstärkte Dienstleistung in Bezug auf Informationsverwaltung

Ebner: Userbewertungen beim Springerverlag schon möglich? – Antwort: Nein

Bahmann: entscheidend ist, dass wir unseren NutzerInnen – WissenschafterInnen – eine Arbeitsumgebung anbieten, die Bedürfnisse befriedigt – ungehinderter Zugriff,  Unterstützung bei der Organisation der Inhalte

Mumenthaler: interaktive Plattform des Springerverlags ist nützlich – jedoch was mache ich mit anderenTexten, die nicht vom Springerverlag sind? Hier zu unterstützen wäre mögliche Aufgabe von Bibliotheken.

Kappe: technisch ist viel machbar, was die NutzerInnen nicht nachfragen  – etwa interaktives Fernsehen, das macht keiner

Kappe glaubt: es wird keine gedruckten Bücher mehr geben, wenn sie ökonomisch keinen Sinn mehr machen.

Bahmann: elektronische Books sind erste Wahl, jedoch auch Print on Demand.

Trend der letzten Jahre: Warum waren E-Journals bereits erfolgreich, E-Books noch nicht wirklich?

E-Books boomen dann, wenn sie für Hochschulen billiger angeboten werden. Verlage möchten auch Pakete verkaufen (mehr Geschäft).

Bahmann: Selbstpublikation, E-Plattform, Open Access – Springer ist nicht mehr „King of Content“. Unser größter Wert waren unser Inhalt, unsere Lizenzen – dies gilt nicht mehr so. Nun geht es mehr in Richtung Service. Das können die Universiäten nicht leisten – dort ist Wissen projektgebunden, personengebunden. Springer möchte Vorreiter sein und ein Businessmodell erarbeiten, das Content und Funktionalität vereint.

Was nicht online zur Verfügung steht, wird nicht mehr wahrgenommen werden

.. welche Rolle spielen alte gedruckten Materialien? Vision 2025 der österr. Nationalbibliothek: Bestände sind digitalisiert.

Mumenthaler: retro-digitalisierte E-Books werden oft noch nicht als E-Books katalogisiert. Heutiger Trend: „nur“ gedruckte Bücher werden nicht mehr wahrgenommen

Lanzinger: Retrodigitalisierung ist wichtig, kann beliebig oft kopiert werden

Bahmann: Springer will alles digitalisieren (Werke ab dem 19. Jh)

Große Probleme im öffentlichen Bibliotheksbereich: neue Wege beschreiten ist schwer

E-Books könnten für Personen, die weit weg vom Lesen sind, zum Lesen bringen. Radikale Änderung des Buchhandels und Verlagswesens in den nächsten Jahren.

Bibliotheken neue Rolle: Langzeitarchivierung und wissenschaftshistorischer Aspekt sind gefährdet, etwa keine Brief-Korrespondenz zwischen ForscherInnen mehr. Bei E-books: alte Versionen gehen verloren. Elektronische Nachschlagewerke werden permanent verändert, ist Gefahr für Darstellung der Wissenschaft.

Kappe: Zeitalter des Vergessens, man kann alte digitale Papers nicht mehr lesen, das waren ebenfalls proprietäre Formate.

Mumenthaler: Memento-Web als Forschungsfrage. Es kostet jedoch was, um Versionen zu kontrollieren.

Bahmann: E-Book 1.0  hat dieses Problem der kontinuierlichen Veränderung nicht, doch bei E-Book 3.0 ändert sich der Inhalt ständig. Springer hat Datenbank mit Zeitstempel. Je mehr sich E-Books weiterentwickeln und multimediale Inhalte integrieren, desto schwieriger wird die Archivierung

Lanzinger:  elektronische Inhalte sind nicht ganz sicher

Ebner: als Lektor, wenn ich mein E-Book selbst mache und dann Print on Demand – wozu brauche ich Verlage, Bibliotheken?

Bahmann: die meisten Lektoren haben diese Kompetenzen nicht und brauchen die Services des Springerverlags.

Mumenthaler: fertiges E-Book sollte der Bibliothek übergeben werden, die haben die Aufgabe Metadaten hinzuzufügen, Kontext zu schaffen, es auffindbar zu machen.

1 Response to "E-Books – ja oder nein?"

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