ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

Diskussion zu emergentem Lernen – ermöglichen wir emergentes Lernen?

Posted on: Oktober 10, 2012

Unser diesmaliger ZM-Lesclub widmete sich dem Thema „Emergentes Lernen“ – also Lernen, das auch einfach so entsteht, das zu unvorhergesehenen Ergebnissen führen darf. Wir diskutierten, ob es leicht oder schwer ist, emergentes Lernen zu ermöglichen – wobei Gudrun für „leicht“ und ich für „schwer“ votierte. Andererseits: passiert emergentes Lernen nicht auch immer und ganz von alleine?

(Apropos emergent: der Duden kennt diesen Ausdruck weder in der digitalen noch in der gedruckten Version – Wikipedia meint: „unerwartet neu auftretend, plötzlich aufbrechend“, was mit meinem Verständnis von „emergent“ einigermaßen übereinstimmt – im Fremdwörter Duden steht „.. höhere Seinsstufen durch neu auftauchende Qualitäten aus niederen entstehen“).

Wir diskutierten die Vorstellung, dass bei emergentem Lernen „actor and system co-evolve“ – also die Lernenden und das System, in dem sie lernen, die Lehrveranstaltung oder der Trainingskurs, gemeinsam wachsen und sich verändern (Roy Williams, Regina Karousou, Jenny Mackness Emergent learning and learning ecologies in Web 2.0“). Das kann auftreten, wenn die Studierenden / TrainingsteilnehmerInnen auch Einfluss auf Themen und Aufgaben haben, etwa indem sie auswählen können, etwas Neues vorschlagen, oder Inhalte und Fragestellungen bei Seite lassen.

Wie diese Emergenz im Lernen wahrgenommen wird, ist nach Gudrun eher eine gefühlsbedingt. Und ihr Schluss daraus war, dass „Bildung Persönlichkeiten braucht“, die auch die Größe haben, Freiräume zu gewähren.

Im Weiteren beschäftigte uns dann der Widerspruch Offenheit <=> Grenzen. Im oben genannten Paper wird intensiv darauf hingewissen, dass emergentes Lernen klare Grenzen und ein kontinuierliches, wohlwollendes Beobachten braucht. Auf der Seite der Offenheit unterstützt das Prinzip der „Serendipity“ das Auftauchen von Neuem (Serendipity meint das unvermutete „Stolpern“ über neue Gedanken in einer Diskussion, beim Lesen, beim Internetsurfen). Auf der Seite der Grenzen tauchte der Begriff der „Achtsamkeit“ auf; Grenzen unterstützen uns dabei aufmerksam und achtsam zu sein (siehe auch Wenger „Communities of Practice“, wie bereits im ZML-Leseclub diskutiert).

Eine Struktur zu Beginn, die von der Lehrenden oder dem Trainer kommt, hilft bei der Orientierung – diese kann dann verhandelt werden, was allerdings ein gewisses Engagement der Lernenden braucht.

Das Prinzip der Serendipity brachte uns auch noch eine intensive Diskussion über dem Troll im Internet. Erika erweiterte meine Auffassung von Trollen, da sie auch die Monster der Monster Academy als solche ansah.

Das nächste Mal möchten wir weiter in dieses Thema eintauchen und das nächste (noch nicht veröffentlichte) Paper von Jenny Machness diskutieren, wo sie mit ihren KollegInnen versucht „Emergence“ mittels „Footprints“ nachzuweisen.

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