ZML Didaktik / Innovative Learning Scenarios

Was kann der Connectivism?

Posted on: März 21, 2012

Seit dem Start des Change MOOC im September 2011 setze ich mich vertiefter mit der Theorie des Konnektivismus auseinander. Auf meinem Diigo Account habe ich einige Ressourcen zu diesem Thema gesammelt und bei aktuellen Artikeln bildete der Konnektivismus ein Unterkapitel. Trotzdem bleiben Fragen offen und aus diesem Grund wählten wir den ursprünglich von Georg Siemens vorgeschlagenen Begriff Konnektivismus als Thema unseres Leseclubs.

Konnektivismus und Hirnfoschung

Erika begeistert die Beziehung zwischen Konnektivismus und der Vernetzung neuronaler Strukturen im Gehirn beim Lernen. Natasa und mir ist der Bezug einer „Lerntheorie“ (Siemens sieht den Konnektivismus als neue Lerntheorie, offiziell anerkannt ist diese Meinung noch nicht) zur Hirnforschung etwas unheimlich. Allerdings meint Natasa, dass sie das Bild der Vernetzung im Hirn und der Vernetzung im Web anspricht.

Netzwerke von Ressourcen

Natasa nimmt seit der Auseinandersetzung mit dem Konnektivismus zwei Arten von Netzwerken wahr: nämlich Netzwerke von Personen und Netzwerke von Objekten / Ressourcen. Insbesondere im WLL+ Netzwerk (in Google+, Projekt Web Literacy Lab) sprechen sie die Fotos an, die zu den Statements hinzugefügt werden. Unsere Diskussion führt uns dann zu Ellen Langers Ansatz des Mindful Learning. Langer meint, dass gerade Ablenkungen für das Lernen gut sind. Bilder, die in gar keiner Beziehung zum Lernstoff stehen, ermöglichen den Lernenden „von einer anderen Seite aus“ zum Thema zurückzukommen und Neues zu entdecken. Auch das Prinzip von „Serendipity“ passt dazu: wenn ich durch das Web streife und mich von einer Quelle zur nächsten treiben lassen, kann ich Unerwartetes entdecken.

Abschied von der E-Moderation?

Der letzte Diskussionspunkt bringt uns zu den Erfahrungen unserer beiden Trainingskurse, die auf Facebook und Google+ basierten. Bisher haben wir als E-Moderatorinnen nach Gilly Salmon die Lernprozesse unserer TeilnehmerInnen (max. 15) in einem geschlossenen virtuellen Raum (Lernplattform) anhand der 5 Stufen: Ankommen, Online Sozialisierung, Wissensaustausch, Gemeinsame Wissensgenerierung und Weiterentwicklung moderiert. Nützen wir als Basis für das Training anstelle der Lernplattform ein soziales Netzwerk, ist uns die gewohnte Art der E-Moderation nicht mehr möglich.

Natasa legte in ihrem Training in Facebook eine Gruppe an, und konnte so die Anzahl der Teilnehmenden kontrollieren. Trotzdem überforderte der „Stream“ in seinem kontinuierlichen unstrukturierten Fluss die TeilnehmerInnen. In meinem Google+ Training musste ich mich auch von dem Paradigma einer fixen TeilnehmerInnenzahl verabschieden. Um die 60 TeilnehmerInnen identifizierte ich und nahm sie in meinen Google+ Kreis auf, doch manche verschwanden dann wieder andere kamen dazu. 40 meldeten sich „offiziell“ für das Training an, 15 nahm ich in eine Kerngruppe auf, deren Aktivitäten ich näher im Auge behielt. Wer aktiv war, fiel mir auf (das waren vor allem Personen, die schon geübt im Umgang mit Google+ waren). Es war schwer wahrzunehmen, wie es den „Neulingen“ ging, die wenig bis (fast) gar keine Posts schrieben und nur relativ zögerlich Kommentare.

D.h. die E-Moderatorin moderiert nicht mehr, sondern stellt Ressourcen und Struktur (auf dem WLL Blog) zur Verfügung (ohne überprüfen zu können, wie diese wahrgenommen werden, abgesehen von „likes“ oder Kommentaren) und geht mit den aktiveren Lernenden in Kontakt (wieder „likes“ und Kommentaren).Doch ein Gefühl für die Gruppe und ihre Phase nach Gilly Salmon habe ich gar nicht mehr.  – Ob es Stephen Downes mit den MOOC-TeilnehmerInnen auch so ergeht? – Informelle Rückmeldungen meinen, dass die TeilnehmerInnen trotzdem einen Lernprozess durchlaufen haben und zufrieden mit ihrem Lernerfolg sind. 17 Personen haben das Training evaluiert, und ich bin schon neugierig auf die Evaluierungsergebnisse.

Da das diesmalige Thema unseres Leseclubs so ergiebig ist, werden wir in einem Monat den Konnektivismus vertiefen.

1 Response to "Was kann der Connectivism?"

[…] Moock, Mock, mocken. Da Bertl mockt jetzt ein wenig. Vor allem nach der Lektüre der Betrachtung “Was kann der Konnektivismus” einer meiner […]

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